23. Januar 2026

Vor 60 Jahren – Aufstiegsrunde zur Bundesliga 1966

„Und so zogen wir in die Bundesliga ein“

Vor 60 Jahren - Aufstiegsrunde zur Bundesliga 1966 – Rot-Weiss Essen
RWE-Original Moses gratuliert zum Aufstieg in die Bundesliga. (Foto: Archiv Schrepper)

Zur Rückrunde starten wir eine Serie, die an den kommenden Spieltagen auf besondere RWE-Ereignisse vor 60, 50, 40, 30, 20 und 10 Jahren zurückblickt.

Als 1963 die Bundesliga an den Start ging, fehlte der Deutsche Meister von 1955. Rot-Weiss Essen war 1961 aus der Oberliga West in die Zweitklassigkeit der Regionalliga West abgestiegen und es sollte fünf Jahre dauern, bis der Einzug in die neue deutsche Eliteliga gelang.
Die Vorentscheidung fiel am 25. Spieltag der Saison 1965/66, als der Tabellendritte RWE an der Hafenstraße gegen die vor ihm in der Tabelle stehende Alemannia aus Aachen spielte. Mit dem 3:1-Sieg am 9. Januar 1966 zog man an den Kaiserstädtern vorbei und gab den Aufstiegsrundenplatz hinter Fortuna Düsseldorf dann nicht mehr ab.

Fehlstart am Millerntor

Trainer Fritz Pliska war mit der Saisonleistung seines Teams insgesamt zufrieden und das erste Etappenziel nach fünf Jahren der Zweitklassigkeit erreicht.
In der Aufstiegsrunde spielte RWE gegen den FC St. Pauli, den FC Schweinfurt 05 und den 1. FC Saarbrücken. Zum Start in die Aufstiegsrunde reiste RWE nach Hamburg, unterstützt von 7.000 Fans. Die drückende Überlegenheit und beste Torgelegenheiten konnten nicht in einen Treffer umgewandelt werden. Manfred Frankowski jagte zu allem Überfluss auch noch einen Elfmeter in den blauen hanseatischen Himmel. Am Ende hieß es vor 23.000 Zuschauern 1:0 für den FC St. Pauli.

Vier Siege ebnen das Tor zur Bundesliga

In den folgenden Begegnungen wurden die RWE-Fans dann aber für den Fehlstart entschädigt. Zum ersten Heimspiel kam der 1. FC Saarbrücken an die Hafenstraße. 35.000 Zuschauer sahen einen 3:2-Sieg der Rot-Weissen. Diehl (46. Minute, Eigentor), Heinz-Dieter Hasebrink (64. Minute) und Eckehardt Feigenspan (66. Minute) schafften eine 3:0-Führung, bevor die Saarländer noch durch zwei Tore das Endergebnis verkürzten.

Nächster Gegner war Schweinfurt 05. Im erneut ausverkauften Georg-Melches-Stadion gab es einen deutlichen 3:0 Sieg. Willi Lippens (59. Minute), Herbert Weinberg (67. Minute) und Willi Koslowski (71. Minute) erzielten die Tore. RWE war nun Tabellenführer.

Das Rückspiel war bereits eine Woche später. 16.000 Zuschauer erlebten in der ersten Halbzeit ein torloses Spiel. In der zweiten Halbzeit ging RWE durch Hans-Dieter Hasebrink (52. Minute) in Führung, musste aber in der 58. Minute den Ausgleich hinnehmen. Herbert Weinberg (75. Minute) stellte dann das Endergebnis mit seinem Treffer zum 2:1 sicher. Weiter ging es für RWE in Saarbrücken. Die 30.000 Zuschauer feierten zur Halbzeit die 1:0 Führung ihrer Heimmannschaft. Doch in der 2. Halbzeit drehte RWE das Spiel. Eckehardt Feigenspan erzielte das 1:1 (52. Minute) und Helmut Littek in der 85. Minute den Siegtreffer zum 2:1. Die Tür zur Bundesliga war damit weit aufgestoßen.

Endlich Bundesliga

Die Entscheidung über den Aufstieg fiel am letzten Spieltag (26. Juni 1966) an der Hafenstraße, auf den Tag genau elf Jahre nach dem 4:3 Endspielerfolg von Hannover um die Deutsche Meisterschaft.
RWE führte die Aufstiegsrunde zwar an, durch einen Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied konnte der FC St. Pauli aber noch vorbeiziehen. Wie im Hinspiel war es erneut Karl-Heinz Pape, der RWE-Torwart Hermann Roß überwand und die Hanseaten mit 1:0 in Führung brachte. Den Essener Anhängern stockte der Atem. Doch es blieb bei diesem Ergebnis. Zwei Tore zu wenig für die Hamburger. Rot-Weiss Essen war endlich in der Bundesliga. Mit 8:4 Punkten und 10:6 Toren hatten es Trainer Pliska und die Mannschaft geschafft. In der Saison 1966/67 kam eine der 18 Bundesligamannschaften aus der Ruhrmetropole Essen.

Ein Beitrag unseres ehrenamtlichen Vereinshistorikers Georg Schrepper.

Vor 60 Jahren - Aufstiegsrunde zur Bundesliga 1966 – Rot-Weiss Essen