3. März 2026

Tino Casali: „Total Bock auf diesen Traditionsverein“

30-jähriger Torhüter vor Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim im „kurze fuffzehn“-Interview.

Tino Casali: "Total Bock auf diesen Traditionsverein" – Rot-Weiss Essen
Seit Winter bei RWE: Torhüter Tino Casali. (Foto: Markus Endberg)

Da sein, wenn er gebraucht wird: Diese Rolle bei Rot-Weiss Essen hat seit der Winterpause Tino Casali inne. Der 30-jährige Schlussmann wurde kurz vor dem Ende der Transferfrist als Reaktion auf den längerfristigen Ausfall von Stammtorwart Jakob Golz verpflichtet. Seitdem komplettiert der Österreicher, der unter anderem auf die Erfahrung von 67 Erstliga-Spielen in seinem Heimatland zurückblicken kann, gemeinsam mit Felix Wienand und Malte Brüning das Torhüter-Team. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht Casali vor dem Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim über seinen Wechsel an die Hafenstraße.

Hallo Tino! Du wurdest kurz vor dem Ende der Transferperiode von Rot-Weiss Essen unter Vertrag genommen. Wie knapp war es, bis die Verpflichtung perfekt war?
Tino Casali: Am frühen Abend war drei, vier Stunden nach dem ersten Kontakt alles klar. Den Vertrag hatten wir digital finalisiert. Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Auto fast 1.000 Kilometer nach Essen, um vor dem Training die finalen medizinischen Untersuchungen zu absolvieren. Es war also zeitlich gar nicht so eng.

Du bist nun zum zweiten Mal in Deiner Laufbahn in Deutschland aktiv. Was sind für Dich die größten Unterschiede zum Fußball in Österreich?
Der Fußball ist in Deutschland die Sportart Nummer eins. Die Begeisterung der Leute hier lässt sich kaum mit etwas vergleichen. In Österreich ist dagegen auch der Wintersport ein sehr großes Thema. Fußballerisch merkt man in der österreichischen Bundesliga, dass Red Bull Salzburg die Spielweise mit einer hohen Intensität in der Arbeit gegen den Ball geprägt hat.

Bei Eintracht Braunschweig hattest Du Dir im Sommer 2024 kurz vor dem Saisonstart mehrere Bänder im Knie verletzt. War das die vielleicht schwierigste Zeit Deiner Karriere?
Ron-Thorben Hoffmann hatte damals den Verein verlassen. Mit dem während der Vorbereitung verpflichteten Lennart Grill gab es ein offenes Rennen um den Status als Nummer eins. Ich war sehr zuversichtlich und hatte dem Abendspiel bei Schalke 04 bereits entgegengefiebert. Von einer auf die andere Sekunde lag ich zwei Wochen vor dem Saisonstart mit Krücken und einer Schiene im Krankenhaus. Das war natürlich bitter. Ich habe aber schnell den Switch gefunden, um schnell wieder die nächsten Schritte nach vorne zu machen und gestärkt zurückzukommen.

Vor Deiner Zeit bei RWE warst Du in Deiner Heimat Ersatztorhüter beim SCR Altach. Was hatte Dich von einem Wechsel überzeugt?
Der SCR Altach hatte mitten im Herbst mit Verletzungssorgen auf der Torhüterposition zu kämpfen und ich konnte kurzfristig für zweieinhalb Monate aushelfen.
Ich hatte zuvor schon drei Jahre lang beim Klub gespielt. In meinen beiden Jahren als Nummer eins konnten wir jeweils den Klassenverbleib sichern, was für eine besondere Verbundenheit gesorgt hat. Für mich war es selbstverständlich, dass ich in Altach einspringe und das entstandene Problem löse. Als RWE Kontakt aufgenommen hatte, musste ich nicht lange überlegen. Ich hatte einfach total Bock auf diesen Traditionsverein und ein Teil davon zu sein.

Wie ist Dein erster Eindruck vom Umfeld?
Aktuell bin ich noch im Hotel untergebracht. Da ich aus der Nähe des Wörthersees komme, zieht es mich fast automatisch immer ans Wasser. Entsprechend oft war ich schon beim Baldeneysee. Das Team habe ich komplett neu kennengelernt, ich hatte zuvor noch mit keinem Spieler Berührungspunkte. Das war aber auch überhaupt kein Problem. Die Namen der Mitspieler sitzen mittlerweile sicher und ich habe den Eindruck, als würden wir uns schon länger kennen.

Mit 30 Jahren bist Du der Älteste im Torhüter-Team. Wie siehst Du Deine Rolle?
Ich habe in meiner Karriere schon viel erlebt und gesehen. Daher weiß ich bereits, was es bedeutet, bei einem Traditionsverein mit sportlichen Zielen unter Druck zu performen. Diese Erfahrung will ich mit ins Team einbringen.

Auf Dein erstes Pflichtspiel für RWE wartest Du noch. Wie sehen Deine Abläufe am Spieltag aus?
Da gibt es keine Unterschiede, ob ich zum Einsatz komme oder nicht. Ich bereite mich jeweils gleich vor. Egal ob selbst zwischen den Pfosten oder am Spielfeldrand, die Abläufe bis zum Anpfiff unterscheiden sich nicht.

Der SV Waldhof Mannheim stellt sich nun im Stadion an der Hafenstraße vor. Was wird für Euch wichtig sein?
Zu Hause wollen wir wieder gemeinsam mit unseren Fans große Wucht erzeugen. In den zurückliegenden Spielen war unsere Anzahl an Gegentoren zu hoch. Das müssen wir in den Griff bekommen, um uns nicht selbst das Leben schwer zu machen.

Tino Casali: "Total Bock auf diesen Traditionsverein" – Rot-Weiss Essen
Tino Casali: "Total Bock auf diesen Traditionsverein" – Rot-Weiss Essen