19. Juni 2026

Die neue alte Haupttribüne: Ein Stück Stadiongeschichte kehrt zurück

Mit dem Nachbau der ehemaligen Haupttribüne des Georg-Melches-Stadions an der Hafenstraße setzt die GMS-Initiative ihr letztes großes Exponat eindrucksvoll fort.

Die neue alte Haupttribüne: Ein Stück Stadiongeschichte kehrt zurück – Rot-Weiss Essen
Detlev Jaritz (links), Karsten Fähndrich (Mitte) und Achim Kassner freuen sich über den Nachbau der alten Haupttribüne. (Foto: RWE)

Die GMS-Initiative blickt auf ein besonderes Kapitel ihrer langjährigen Arbeit zurück: den originalgetreuen Nachbau der ehemaligen Haupttribüne des Georg-Melches-Stadions, die heute als Montage vor dem Stadion an der Hafenstraße steht und dort als sichtbares Stück Vereinsgeschichte erhalten bleibt.

Die alte Haupttribüne hatte eine zentrale Bedeutung für die Stadion- und Vereinsgeschichte. Im Jahr 2012 konnte sie wegen des fehlenden Denkmalschutzes nicht gerettet werden und musste schließlich abgerissen werden. Mit diesem Einschnitt wurde jedoch früh klar, dass zumindest einzelne Exponate und Erinnerungsstücke sowohl im Stadion als auch im Umfeld bewahrt werden sollen – als lebendiges Gedächtnis für den Verein und seine Fans.

Über die Jahre entstand dabei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der GMS-Initiative (GMS steht für Georg-Melches-Stadion), dem Verein Rot-Weiss Essen, der GVE (Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH) sowie zahlreichen Unterstützern und Sponsoren, die dieses Vorhaben mit großer Hilfsbereitschaft begleitet haben. Diese Kooperation war entscheidend dafür, dass das Projekt über viele Jahre hinweg Schritt für Schritt umgesetzt werden konnte und wohl das deutschlandweite einzige Fußball-Freilichtmuseum ist.

Mit dem aktuellen Nachbau der Haupttribüne ist nun das letzte große Exponat dieser Reihe fertiggestellt worden – verbunden mit besonders viel handwerklichem und organisatorischem Aufwand. Ein besonderer Dank gilt dabei Achim Kassner mit seiner Firma WMH Westdeutscher Metall-Handel GmbH, der die Fertigstellung ehrenamtlich übernommen hat. Finanziert wurden ausschließlich die Materialkosten, die vollständig durch Spenden von Sponsoren gedeckt werden konnten.

Einen wichtigen Beitrag leistete zudem eine Sammelbecher-Spendenaktion bei einem Heimspiel von Rot-Weiss Essen in der vergangenen Saison. Diese Unterstützung wurde durch großzügige Spenden von unter anderem der Sparkasse Essen und der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord ergänzt, ebenso durch Beiträge der Unternehmen Gartenbau nach Maß, WMH Westdeutscher Metall-Handel GmbH, ES – GE Nutzfahrzeuge GmbH, Ulrich Catering, Munsteiner Werbetechnik GmbH, Malerbetrieb Töberg und Bruno Glettenberg GmbH. Allen beteiligten Sponsoren und Unterstützern gilt ein herzlicher Dank für die enge Zusammenarbeit und die kontinuierliche Unterstützung in den vergangenen 14 Jahren seit Bestehen der GMS-Initiative.

Die Tribüne wird derzeit noch final gestrichen und anschließend mit acht rot-weissen Sitzschalen ausgestattet, die die historische Anordnung der Blöcke A, B, C und D im Stadion möglichst authentisch widerspiegeln sollen. Direkt neben dem Exponat werden zudem Informationstafeln und Bildtafeln angebracht, die die Geschichte des Stadions sowie die Entwicklung des Vereins für Interessierte anschaulich aufbereiten. Hier werden u.a. die Bundesliga-Zeiten von Rot-Weiss Essen dargestellt. Den Abschluss bilden die neben der alten Haupttribüne positionierten Nachbauten der historischen Flutlichtmasten.

Zur offiziellen Präsentation plant die GMS-Initiative alle Sponsoren und Unterstützer zu einem der ersten Heimspiele nach Fertigstellung einzuladen, um das Ergebnis gemeinsam zu würdigen. Bereits in der Vergangenheit nahmen auch Vertreter der Stadt, darunter der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen, regelmäßig an solchen Vorstellungen teil.

Heute besteht die GMS-Initiative aus rund zehn ehrenamtlich engagierten Mitgliedern, die gemeinsam mit viel Engagement und Herzblut die Erinnerungskultur rund um das Stadion und den Verein lebendig halten.