29. Dezember 2021

Kinoreife Vorstellung ohne Happy-End

Die Monate April, Mai und Juni im Jahresrückblick.

Kinoreife Vorstellung ohne Happy-End – Rot-Weiss Essen
Zwar gewann RWE im Wegberger Waldstadion, für den Aufstieg reichte das dennoch nicht. (Fotos: Endberg)

April, Mai und Juni – oder: Das Drehbuch eines unsagbar spannenden Films für Fußballfanatiker ohne rot-weisses Happy-End. Ort der finalen Szenen: Waldstadion Wegberg-Beeck und Stadion am Zoo Wuppertal. Doch eins nach dem anderen: Der Jahresrückblick der Monate April bis Juni 2021.

Federn lassen? Nicht mit dieser Mannschaft! Den März mit vier Rückschlägen in Form von Niederlagen und Unentschieden verarbeitete Rot-Weiss Essen im Ostermonat. Auf ein deutliches 5:0 gegen Schalke folgte zwar noch ein 1:1 beim SV Rödinghausen, danach siegte das Neidhart-Team aber 4:0 (Bergisch 09), 2:0 (SV Straelen) und 4:1 (VfB Homberg). 16 Treffer aus fünf Begegnungen – eine ordentliche Bilanz!

Kinoreife Vorstellung ohne Happy-End – Rot-Weiss Essen
16-mal netzten die Rot-Weissen im Monat April.

Und auch neben dem Platz vermeldete Rot-Weiss Essen positive Botschaften: Hauptsponsor HARFID setzte ein Zeichen und verlängerte den Vertrag über die Zusammenarbeit bis 2025! „Aus der Kooperation mit HARFID ist längst ein sehr enges, freundschaftliches Verhältnis entstanden“, schwärmte Marcus Uhlig über den Kooperationspartner, der seit 2019 die Essener Trikotbrust ziert. Wenige Tage später  stellten sich weitere Weichen an der Seumannstraße: Mit Vincent Wagner fand RWE einen U19-Coach, der die Hafenstraße als Aufstiegsspieler von 2010 bestens kennt.

Rein fußballerisch lief es auch im Mai zunächst wie am Schnürchen. Ein deutlicher Sieg gegen Lippstadt (5:0) sowie zwei 2:1-Drei-Punkte-Eroberungen gegen Wuppertal und Aachen machten das Saisonfinale spannend. Doch nicht nur das Pokalaus gegen den SV Straelen im Elfmeterschießen gab es zu Verknusen, beim 1. FC Köln sollte das Neidhart-Team erstmals seit Mitte März wieder ein Spiel verlieren. 2:1 am Ende, der heutige Bundesligaspieler Tim Lemperle markierte einen Doppelpack. Der herauskristallisierte Herausforderer um den Aufstieg Dortmund siegte sonntags zeitgleich 1:3 gegen den SV Straelen – das tat weh!

Kinoreife Vorstellung ohne Happy-End – Rot-Weiss Essen
Betretenes Schweigen: Nach dem Köln-Spiel sah es kurz so aus, als wäre ein knappes Saisonfinale Geschichte.

Nur drei Tage nach der bitteren Pille gegen den FC fühlte sich das Heimduell gegen die Sportfreunde Lotte überspitzt protokolliert an, wie der Aufstieg eines Phönix aus der Asche. Erstmals seit Oktober 2021 gab es wieder Anfeuerungsrufe von den Tribünen statt nur von der Trainerbank – 750 getestete Rot-Weisse sowie zusätzlich Geimpfte und Genesene durften das Spiel besuchen. Am Ende ging‘s gegen das Brauer-Team Lotte Schlag-auf-Schlag, RWE nahm einen 5:2-Sieg mit und dadurch war eins klar: Es gibt keine Vorentscheidung – das Saisonfinale steigt im Fernduell.

Kinoreife Vorstellung ohne Happy-End – Rot-Weiss Essen
Gegen Lotte waren erstmals wieder Zuschauer auf der Tribüne.

Exakt 75,9 Autobahnkilometer trennt das grenzländische Waldstadion Wegberg-Beeck, was an diesem Samstagmittag großräumig abgeriegelt ist, vom Wuppertaler Stadion am Zoo. Die Protagonisten: Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund, Nebendarsteller: FC Wegberg-Beeck und der Wuppertaler Sportverein. Das Drehbuch hätte am Ende nicht schmerzhafter sein können: Rot-Weiss erwischt den Traumstart, geht nach nur wenigen Sekunden in Führung, legt nach, dann sieht Oguzhan Kefkir für eine Tätlichkeit rot. Parallel gerät der BVB in Rückstand. Zur Halbzeit: Rot-Weiss Essen in Liga 3.

Doch leider nur eine Momentaufnahme: Dortmund kommt in Hälfte zwei zurück, am Ende gewinnt das Maaßen-Team 2:1. Essen bleibt ein weiteres Jahr in der Regionalliga, Dortmunds Reserve rutscht in den Profifußball. Beide Teams trennen im finalen Klassement drei Punkte, Rot-Weiss hat 90 Zähler auf dem Konto. Bis heute ist für viele unbegreiflich, wie der Aufstieg mit dieser Ausbeute nicht möglich ist. Tränen in den Augen der RWE-Akteure, Coach Neidhart blickt in die Zukunft: „Ich glaube, dass der Zusammenhalt innerhalb des Vereins sehr gut ist. Wir sind gut zusammengewachsen. Mit allen Erlebnissen, die wir in der Saison hatten, da gehören auch die negativen zu. Wir haben ein gutes Fundament. Jetzt müssen wir erst einmal durchschnaufen, dann greifen wir nächstes Jahr mit den Fans wieder an!“ Ein rot-weisser Tropfen auf dem heißen Stein: Simon Engelmann sichert sich mit 28 Treffern zum dritten Mal nacheinander die Torjägerkrone der Regionalliga West.

Im weiteren Juni ergaben sich Zu- und Abgänge: Jonas Behounek, Leon Brüggemeier, Joshua Endres, Jan Neuwirt, Amara Condé, Kevin Grund, Marco Kehl-Gomez, Felix Backszat, Steven Lewerenz, Maxim Pronichev und Felix Weber verließen den Verein, dafür kamen José Enrique Rios Alonso, Luca Dürholtz, Sascha Voelcke, Raphael Koczor, Michel Niemeyer, Felix Heim und Zlatko Janjic neu an die Hafenstraße. Sandro Plechaty, Felix Herzenbruch und Oguzhan Kefkir verlängerten ihre Arbeitspapiere obendrein langfristig.

Auf der Geschäftsstelle feierte eine Mitarbeiterin außerdem ein unglaubliches Hafenstraßen-Jubiläum: Seit 40 Jahren kümmert sich Silvia Zimmert um die Anliegen der RWE-Mitglieder.