6. Juli 2023

Felix Wienand: „Jede Partie absolvieren, als wäre sie ein Punktspiel!“

RWE-Keeper spricht im Interview über die letzte Saison und die Vorbereitung.

Felix Wienand steht im Tor auf dem Trainingsplatz, verdeckt dabei den Pfosten und wartet auf einen ankommenden Schuss.
„Große Schritte nach vorn gemacht“: Felix Wienand erkennt nach einem Jahr Rot-Weiss Essen Fortschritte bei sich selbst. (Fotos: Endberg)

Die Sommervorbereitung ist die Zeit, in der die Profis von Rot-Weiss Essen ihre Motoren warmlaufen lassen und sich auf das anstehende Drittliga-Jahr intensiv vorbereiten. Ergänzungsspieler bekommen in Testduellen gegen Teutonia Ottensen, Eintracht Braunschweig oder Adler Union Frintrop Gelegenheit, Trainer Christoph Dabrowski von ihrer Formstärke zu überzeugen. Besondere Relevanz hat die Phase auch für Torhüter Felix Wienand. Das verrät der 21-Jährige, etatmäßige Nummer zwei an der Hafenstraße, im Interview.

RWE: Felix, danke für die Zeit! Hinter Dir liegt das erste volle Profijahr, in dem du auch Dein Drittliga-Debüt feiern durftest. Ganz knapp vor dem Spiel bei der SpVgg Bayreuth am 27. August wurde klar, dass Jakob Golz wegen plötzlichen Nackenproblemen nicht das Tor hüten kann …
Felix Wienand: Das war auch ganz gut, dass es so spontan war. (lacht)

Wie meinst Du das?
Da hatte man nicht so viel Zeit, über die Dinge tief nachzudenken und nervös zu werden. Aber mal im Ernst: Der Tag selbst war für mich natürlich schön, auch wenn wir nur einen Punkt geholt haben (Anm.: 1:1). Obwohl mein erstes Drittliga-Spiel gern ein Heimspiel mit mehr Zuschauern hätte sein dürfen.

Felix Wienand: "Jede Partie absolvieren, als wäre sie ein Punktspiel!" – Rot-Weiss Essen
Unverhofft kommt oft: Felix Wienand (mi.) nach seinem Drittliga-Debüt in Bayreuth.

Das hat Dich sicher wachsen lassen. Vergleichst Du den Felix Wienand, der vor einem Jahr an die Hafenstraße gewechselt ist, mit deinem heutigen Ich – was hat sich getan?
Ich habe meine Persönlichkeit entwickelt, kann die Mannschaft jetzt im Training besser pushen und bin immer dann da, wenn es drauf ankommt. Auch körperlich hat sich was getan – wir haben mit unserem Torwart-Trainer Manuel Lenz große Schritte nach vorn gemacht.

„Pushen“ … Das heißt ja auch, dass du mal „alte Fußball-Hasen“ wie Felix Bastians oder Andy Wiegel in der Defensivreihe vor Dir dirigieren musst …
Da darf man keine Unterschiede machen (lacht). Aber natürlich hat man gerade vor solchen Jungs großen Respekt.

Du sprachst gerade von Manu Lenz – gemeinsam mit Jakob Golz und neuerdings auch Ole Springer seid ihr eine richtig eingespielte Mannschaft, das merkt man überall, wo ihr auftaucht. Was macht eure Zusammenarbeit aus?
Wir sind ein richtiges Team im Team, funktionieren immer und trotzen allen äußeren Einflüssen! Der Zusammenhalt ist groß, wir wollen uns gegenseitig besser machen. 

Und das auch mit Extra-Einheiten, ihr seid letzten Montag drei Tage vorher schon ins Training gestartet …
Hast du drei Wochen keinen Ball am Fuß, fehlt das. Dann will man einfach wieder anfangen, um im Mannschaftstraining sofort voll da zu sein.

Ole Springer ist jetzt als dritter Torhüter neu im Team. Mit 31 Jahren hat er 170 Regionalliga-Spiele auf dem Buckel. Was schaust Du Dir bei ihm ab?
Ich möchte, um das beste Torwartspiel für mich zu entwickeln, von allen – ob von Jakob, Ole und auch Rapha im letzten Jahr – etwas herauspicken und das für mich so umsetzen.

Felix Wienand: "Jede Partie absolvieren, als wäre sie ein Punktspiel!" – Rot-Weiss Essen
„Ein Team im Team“: Die RWE-Keeperriege um Jakob Golz (l.), Ole Springer (mi.) und Felix Wienand.

Als zweiter Torhüter bestreitet man in der Vorbereitung das eine oder andere Spiel mehr als im Ligabetrieb. Kniest Du Dich in dieser Phase des Jahres besonders rein?
Die Vorbereitung ist die Zeit, in der ich die meisten Spielanteile habe. Ich möchte zeigen, was ich im vergangenen Jahr gelernt habe und jedes Spiel so absolvieren, als wäre es ein Punktspiel. So versuche ich mich dann von Partie zu Partie weiterzuentwickeln.

Und doch werden die Beine sicher auch schwer in der Vorbereitung…
Mittlerweile geht es wieder. Die ersten harten Tage sind vorbei (lacht). Ich sag mir aber immer: Sind die Beine schwer, muss der Kopf noch kühler werden, um das zu überwinden.

Was nimmst Du Dir für das anstehende Jahr vor?
Ich möchte Jakob das Leben schwermachen (lacht). Sodass er immer wieder seine beste Leistung auf den Platz bringen kann.

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