25. August 2023

„Die Fans sind geil“

Lucas Brumme überzeugt seit seinem Wechsel vom SV Wehen Wiesbaden.

Mit Leistung aufgedrängt: Lucas Brumme kickt zunächst bis 2024 für Rot-Weiss Essen. (Foto: Gohl)
Mit Leistung aufgedrängt: Lucas Brumme kickt zunächst bis 2024 an der Hafenstraße. (Foto: Gohl)

Ein Tor und eine Vorlage: Das ist die Bilanz von Lucas Brumme aus seinen beiden bisherigen Heimauftritten im Trikot von Rot-Weiss Essen im Stadion an der Hafenstraße. Bei der Drittliga-Heimpremiere gegen den FC Erzgebirge Aue (1:1) leitete der DFB-Pokal-Torschütze (beim 3:4 nach Verlängerung gegen den Hamburger SV) zuletzt den Treffer von Torben Müsel zum Endstand ein. Vor dem Westschlager gegen den SC Preußen Münster nahm sich der 23-Jährige Zeit für ein Interview.

Hallo Lucas! Vor einer Woche ist Dir Deine erste Torvorlage an der Hafenstraße gelungen. Wie blickst du auf das Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue zurück?
Lucas Brumme: Wir waren gut drin im Spiel, bekommen dann aber ein blödes Gegentor. Den Konter hätten wir an einigen Stellen noch verhindern können. Danach haben wir etwas offensiver agiert und sind mit dem schnellen Ausgleich gut zurückgekommen. Unser Tor war auf jeden Fall verdient. Nach dem 1:1 hatten wir auch noch einige gute Chancen, konnten uns aber leider nicht belohnen.

Nicht zuletzt wegen der Verletzung von Ekin Celebi warst Du zuletzt als Linksverteidiger im Einsatz. Wie kommst du mit der Rolle zurecht?
Ich habe schon einmal vor einigen Jahren in der Regionalliga Nordost beim BFC Dynamo Linksverteidiger gespielt. Es ist also keine ganz ungewohnte Position, zumal ich auch beim SV Wehen Wiesbaden zuletzt auf der linken Seite einer Fünferkette als so genannter „Schienenspieler“ zum Einsatz kam. In der Viererkette interpretiere ich die Rolle daher sehr offensiv. Mit meiner Geschwindigkeit komme ich gut in die gefährlichen Räume.

Du hast Dein Tempo bereits angesprochen. Wo siehst Du sonst noch Deine Stärken?
Ich denke, ich habe ein gutes Auge für meine Mitspieler und ein starkes Flankenspiel. Dabei kann ich die Bälle nicht nur aus dem Halbfeld, sondern auch von der Grundlinie gefährlich nach innen bringen. Auch mein Dribbling ist ordentlich. Ich fühle mich aktuell sehr gut, mein Selbstvertrauen ist groß. Ich denke, das sieht man dann auch auf dem Platz.

"Die Fans sind geil" – Rot-Weiss Essen
Der gebürtige Berliner hat ein Auge für seine Mitspieler und ein starkes Flankenspiel. (Foto: Endberg)

Obwohl Du erst 23 Jahre bist, hast Du bereits zweieinhalb Jahre in der 3. Liga hinter Dir. Wie hast du die Spielklasse kennengelernt?
Nach meinem Winterwechsel zum SV Wehen Wiesbaden ging es recht flott. Schon in den ersten Partien stand ich in der Startformation. Die Unterschiede zur Regionalliga sind recht groß, die 3. Liga ist noch einmal körperlicher und von den Abläufen deutlich schneller. Ich hatte schon ein wenig Zeit benötigt, um mich daran zu gewöhnen. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass der Fußball mein Beruf geworden ist.

Es ging nicht immer so geradlinig nach oben, oder?
Das stimmt. In meinem letzten Jahr im Nachwuchs des 1. FC Union Berlin hatte ich eine schwierige Zeit, der Spaß am Fußball ging mir ein wenig verloren. Mit meinem Wechsel zur U19 vom BFC Dynamo hatte ich mich daher auch bei der Polizei beworben und auch den Aufnahmetest gemacht. Beim BFC habe ich wieder die Freude am Fußball gefunden, dazu lief es sportlich sehr gut für mich. Noch als A-Jugendlicher hatte ich meine ersten Regionalliga-Einsätze. Trotz einer Kreuzbandverletzung ging es für mich schnell wieder aufwärts.

"Die Fans sind geil" – Rot-Weiss Essen
Brumme konnte sich in dieser Saison bereits mit einem Kopfballtor in die Torschützenliste eintragen. (Foto: Endberg)

In der zurückliegenden Saison ist Dir mit dem SV Wehen Wiesbaden der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelungen. In der entscheidenden Phase konntest Du aber wegen einer Verletzung nicht auf dem Platz stehen. Wie schwer war es, den Teamkollegen nur zuschauen zu können?
Hinter mir liegt verletzungsbedingt keine einfache Saison. Kurz vor der Winterpause hatte ich mir den Ellbogen gebrochen. Im Frühjahr kam dann noch ein Knorpelschaden aus einem Verbandspokalspiel dazu. Als Fußballer will man natürlich am liebsten auf dem Platz stehen und dem Team helfen. Dennoch wird der Aufstieg für mich immer eine besondere Erinnerung bleiben. Abgesehen von den Verletzungen kam ich zu meinen Einsätzen. Wir hatten eine überragende Truppe und ich bin froh, ein Teil der Mannschaft gewesen zu sein.

Nun steht mit RWE gegen den SC Preußen Münster bereits das dritte Heimspiel an der Hafenstraße innerhalb von zwei Wochen auf dem Programm. Wie erlebst du die Stimmung?
Dafür spielt man Fußball. Das macht Spaß und die Fans sind geil. Hier wird man bejubelt, wenn man kämpft und hart ackert. Jeder gewonnene Zweikampf wird gefeiert. Vor solchen Fans spielt jeder Fußballer gerne.

Welchen Eindruck hast Du vom bevorstehenden Gegner aus Münster?
Als Aufsteiger muss man sich in der Regel erst ein wenig in der neuen Spielklasse zurechtfinden. Preußen Münster hat durch die Neuzugänge einiges an Qualität dazugewonnen. Kämpferisch müssen wir alles reinwerfen, um uns dann auch spielerisch durchsetzen zu können. Wir wollen schnell den ersten Heimsieg holen.

Dabei kommt es für Dich persönlich auch zu einem besonderen Wiedersehen!
Sebastian Mrowca war ebenfalls Teil der Aufstiegsmannschaft des SV Wehen Wiesbaden. Wir verstehen uns sehr gut. Ich kenne seine Kinder, seit sie geboren wurden. Der Kontakt ist – wie zu sehr vielen anderen ehemaligen Mitspielern – weiterhin regelmäßig da. Nach dem Spiel wird mit Sicherheit die Zeit dafür da sein, um ein wenig zu quatschen. Vorher liegt der Fokus aber ganz klar auf den drei Punkten.

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