9. November 2023

Leonardo Vonić: „Kann auf den Punkt da sein“

20-jähriger Angreifer ist jüngster Spieler im Kader und aktuell Nummer eins im Sturmzentrum.

Leonardo Vonić: „Mein Fokus lag immer auf mir und dem Ziel, mich weiter zu verbessern.“
Leonardo Vonić: „Mein Fokus lag immer auf mir und dem Ziel, mich weiter zu verbessern.“ (Foto: Höft)

Mit 20 Jahren der jüngste Spieler im Kader, aktuell aber erste Wahl im Sturmzentrum: Dass Rot-Weiss Essen in der 3. Liga viermal in Folge erfolgreich war, liegt auch an Angreifer Leonardo Vonic. Der in Darmstadt geborene Deutsch-Kroate kommt nach 13 Einsätzen auf einen Treffer (beim 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Saarbrücken) und zwei Vorlagen – zuletzt gelang ein Assist gegen Arminia Bielefeld (2:1). Nur Marvin Obuz (drei Tore, drei Vorlagen) war in dieser Saison bislang an mehr RWE-Treffern als Schütze oder Vorbereiter direkt beteiligt. Vor dem Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim stand Mittelstürmer Vonić Interview Rede und Antwort.

Hallo Leo! Du warst zuletzt viermal in Folge Teil der Startformation. Wie fühlt es sich an, sich im Profifußball zu etablieren?
Leonardo Vonić: Einfach super. Für dieses Ziel habe ich jahrelang hart gearbeitet. Mit meinen vier kleinen Brüdern, Freunden oder auch alleine bin ich früher in jeder freien Minute auf den Bolzplatz gegangen. Umso glücklicher bin ich, jetzt in der 3. Liga zu spielen.

Zu Saisonbeginn warst Du zunächst in der Joker-Rolle. Wie bist Du damit umgegangen?
Ganz klar: Niemand sitzt gerne auf der Bank. Ich habe die Phase als Eingewöhnungszeit für die 3. Liga gesehen und weiterhin hart an mir gearbeitet. Zuletzt regelmäßig in der Startelf gestanden zu haben, ist der Lohn dafür.

Wenn Du auf Deinen bisherigen Weg zurückblickst: Gab es für Dich einen Schlüsselmoment, an dem Du gemerkt hast: Es kann bis in den Profifußball gehen?
Die Hoffnung und der Traum waren natürlich schon immer da. In der U19 des 1. FC Nürnberg kam wegen meiner Torausbeute und meiner Leistungen dann schon ein wenig der Gedanke auf: Ich kann es tatsächlich schaffen. Als es dann auch bei der U23 so erfolgreich weiterging, war meine Überzeugung noch größer.

Leonardo Vonić: "Kann auf den Punkt da sein" – Rot-Weiss Essen
Im Niederrheinpokal netzte Vonić in drei Partien viermal. (Foto: Endberg)

Dabei war kurz nach Deinem Wechsel in die Nachwuchsabteilung des 1. FC Nürnberg der Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie zwischenzeitlich eingestellt worden. Wie schwer war es, den Fokus zu behalten?
Da gibt es keine Geheimformel. Ich habe zu jeder Zeit an mich und meine Fähigkeiten geglaubt. Mein Fokus lag immer auf mir und dem Ziel, mich immer weiter zu verbessern. Dafür habe ich in jedem Training alles gegeben.

In der Regionalliga Bayern standen in der Premierensaison 22 Treffer und sieben Vorlagen nach 36 Einsätzen zu Buche. Was macht Dich so gefährlich?
Mir wurde schon mehrmals bestätigt, dass ich nicht viele Aktionen benötige, um ein Tor zu erzielen. Dadurch kann ich auch in Spielen, in denen ich vielleicht nicht allzu viel eingebunden bin, für Torgefahr sorgen und auf den Punkt da sein. Am liebsten treffe ich mit einem Ballkontakt im Strafraum. Dabei hilft mir meine Beidfüßigkeit.

Du warst nicht nur für die deutsche U19-Nationalmannschaft, sondern auch schon für die kroatische U20 am Ball. Schlagen zwei Herzen in Deiner Brust?
Absolut. Meine Familie stammt aus Kroatien, ich selbst bin in Darmstadt geboren worden. Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen und zu dem kleinen Kreis an nominierten Spielern zu gehören. Der Kontakt zur kroatischen U21-Nationalmannschaft ist grundsätzlich da. Ich würde mich freuen, wenn ich bald wieder dabei sein könnte.

Leonardo Vonić: "Kann auf den Punkt da sein" – Rot-Weiss Essen
Alarm in der Offensive: Neben Vonić (li.) wirbelt auch „Isi“ Young die gegnerische Defensive ordentlich durcheinander. (Foto: Endberg)

Mit einem Profi-Einsatz für den 1. FC Nürnberg hat es nicht geklappt. Was hat da vielleicht gefehlt?
Das ist schwer zu sagen. Die Konkurrenzsituation ist bei einem Zweitligisten natürlich groß. Als Spieler, der in der U23 regelmäßig getroffen hat, hätte ich mich aber schon darüber gefreut, bei den Profis mal reingeworfen zu werden. Ich möchte aber nicht zurückschauen und freue mich, jetzt hier zu sein.

RWE hat zuletzt in Duisburg und gegen Bielefeld jeweils noch spät den Siegtreffer erzielt, nachdem zuvor jeweils der Ausgleich für den Gegner gefallen war. Warum lasst Ihr Euch auch von späten Rückschlägen nicht umwerfen?
Im Training legen wir mit intensiven Einheiten den Grundstein dafür, bis zum Ende alles raushauen zu können. Das Spiel ist schließlich erst vorbei, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Unsere Überzeugung und der Glaube an unsere Qualitäten sind einfach groß. Daher können wir dann auch das nötige Quäntchen Glück erzwingen.

Gegen den SV Waldhof Mannheim steht schon das nächste Heimspiel im Stadion an der Hafenstraße an. Was erwartest Du für eine Partie?
Wie eigentlich in allen Drittliga-Spielen, wird es auch diesmal eng zugehen. Dabei schauen wir nicht groß nach dem Gegner, sondern konzentrieren uns stattdessen auf unsere eigenen Qualitäten. Nach vier Siegen in Serie wollen wir weiterhin dranbleiben.

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