

Sa., 30.10.2021 14:00 Uhr
Rot-Weiss Essen : Alemannia Aachen
2 : 1
1 : 1
Herzenbruch ins Glück
Mit einem dramatischen Last-Minute-Sieg festigte Rot-Weiss Essen am 14. Spieltag in der Regionalliga West die Tabellenführung. Im Traditionsduell gegen Alemannia Aachen setzte sich das Team von Trainer Christian Neidhart 2:1 (1:1) durch und wahrte damit den Zwei-Punkte-Vorsprung vor dem ersten Verfolger Fortuna Köln (4:0 gegen KFC Uerdingen 05). Vor 11.250 Zuschauern an der Hafenstraße erlöste der aufgerückte Innenverteidiger Felix Herzenbruch (90.+5) die Gastgeber erst tief in der Nachspielzeit, verhinderte mit seinem ersten Punktspiel-Treffer im RWE-Trikot das vierte Unentschieden hintereinander und verdarb gleichzeitig den Einstand von Aachens Trainer-Rückkehrer Fuat Kilic. Zlatko Janjic (7.) hatte RWE bereits früh in Führung gebracht, der Ex-Essener Hamdi Dahmani (44.) kurz vor der Pause ausgeglichen. Die Alemannia rutschte auf einen Abstiegsplatz ab. Christian Neidhart nach dem Spiel: „Aachen hat probiert, das 1:1 über die Zeit zu bringen. So bitter das für die Alemannia ist, umso geiler sind diese Siege, wenn man mit purem Willen und drei, vier Eckbällen hintereinander den Treffer macht.“
Tarnat, Krasniqi und Janjic neu in der Startelf
Im Vergleich zum turbulenten 3:3 in der Nachholpartie bei der U23 von Fortuna Düsseldorf hatte Christian Neidhart zum Abschluss der anstrengenden englischen Woche drei Veränderungen in seiner Anfangsformation vorgenommen. Niklas Tarnat lief für Luca Dürholtz neben Kapitän Dennis Grote im zentralen Mittelfeld auf. In der Offensive durften Erolind Krasniqi (für Oguzhan Kefkir) und Zlatko Janjic (für Simon Engelmann) von Beginn an ran. Beide hatten bei der Aufholjagd in Düsseldorf als „Joker“ getroffen.
Der alte und neue Alemannia-Trainer Kilic stellte nur einen Tag nach seiner Vorstellung die beiden Angreifer Hamdi Dahmani, der aus seiner RWE-Zeit an der Hafenstraße noch bestens bekannt ist, und Jannik Mause neu in seine Startelf. Beide hatten zuvor verletzungsbedingt pausiert.
Janjic legt früh vor – Dahmani gleicht aus
Nach einer „Schrecksekunde“, als Hamdi Dahmani in der Anfangsphase am RWE-Tor vorbeiköpfte, übernahmen die Rot-Weissen eindeutig das Kommando und drängten die Gäste in die Defensive. Beim ersten Versuch verpasste Zlatko Janjic noch den Führungstreffer, als er den Ball nach einer Ecke von Erolind Krasniqi und der folgenden Kopfball-Verlängerung von Dennis Grote am zweiten Pfosten knapp verpasste. Nur zwei Minuten später war Janjic jedoch zur Stelle und brachte eine Flanke von Cedric Harenbrock per Kopfball zum 1:0 im Netz unter – 1:0 (7.).
Auch in der Folgezeit hatten die Hausherren wesentlich mehr vom Spiel, kamen erneut durch Zlatko Janjic sowie durch Erolind Krasniqi, Cedric Harenbrock und schließlich Niklas Tarnat zu weiteren guten Tormöglichkeiten. Je länger die erste Halbzeit dauerte, umso besser stellten sich die Aachener jedoch auf den Gegner ein und kamen zu einigen Ballgewinnen. Der Ausgleich kurz vor der Pause fiel dennoch überraschend. Nach einer Flanke von Jannis Held tauchte jedoch der Ex-Essener Hamdi Dahmani plötzlich frei vor dem RWE-Kasten auf – und traf per Kopf zum 1:1 (44.).
Erster Treffer für „Herze“ im RWE-Trikot
Angetrieben von den Fans, die ihre Mannschaft lautstark anfeuerten, drängten die Rot-Weissen nach der Pause auf den erneuten Führungstreffer. Zlatko Janjic kam nicht ganz an eine Hereingabe von Felix Bastians heran und verfehlte den Aachener Kasten wenig später mit einem Freistoß nur knapp.
Nach einer Stunde brachte Christian Neidhart mit Luca Dürholtz (für Niklas Tarnat), Oguzhan Kefkir (für Erolind Krasniqi) und Simon Engelmann (für Cedric Harenbrock) drei frische Spieler, um den Druck weiter zu erhöhen. Leider schied „Ötzi“ Kefkir verletzungsbedingt nur wenige Minuten später schon wieder aus und wurde durch Felix Heim ersetzt. Der 20-jährige Angreifer war kaum auf dem Platz, da hatte er schon das 2:1 auf dem Fuß, schoss aber über das Aachener Tor.
In der Schlussphase warf RWE noch einmal alles nach vorne. Simon Engelmann und Sandro Plechaty scheiterten jedoch mit einer Doppelchance, ehe der starke Alemannia-Torhüter Joshua Mroß erneut gegen Engelmann parierte. Die Rot-Weissen zogen ein regelrechtes Powerplay auf, erarbeiteten sich in der Nachspielzeit drei Ecken hintereinander – und wurden schließlich belohnt, als Felix Herzenbruch (90.+5) die Kugel doch noch zum 2:1 über die Linie stocherte. Sein erstes Regionalliga-Tor für RWE hatte sich „Herze“ damit für einen ganz besonderen Moment aufgehoben. Der Torschütze nach dem Spiel: „Zu seinem Tor: Das Ding wurde verlängert, ich bin da irgendwie reingeflogen, drin und dann ist auch egal. Ich habe den Schiri gehört wie er vor der Ecke sagte: ‚Das ist die letzte Aktion‘. Nach dem Treffer hatte ich nur im Kopf: ‚Ich habe vier gelbe Karten, zieh das Trikot nicht aus‘ (lacht).“
Für RWE geht es bereits am kommenden Freitag (5. November) ab 19.00 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei der U23 von Borussia Mönchengladbach weiter. Die Partie bei den „Fohlen“ wird dabei nicht – wie sonst üblich – im Gladbacher Grenzlandstadion ausgetragen, sondern im großen BORUSSIA-PARK, der Spielstätte der Bundesliga-Profis.







