Rot-Weiss Essen – Rot-Weiss EssenAlemannia Aachen – Rot-Weiss Essen

Rot-Weiss Essen

 - 

Alemannia Aachen

Sa. 30.10. 14:00 Uhr

2 - 1

1 - 1

TicketsGegnerinfosSpielberichtStimmen

ALEMANNIA AACHEN: TICKETS FÜR WESTSCHLAGER ERHÄLTLICH

Als krönender Monatsabschluss trifft Rot-Weiss Essen am Samstag, den 30. Oktober, im Stadion Essen auf Alemannia Aachen, Anstoß der Partie ist um 14.00 Uhr. Tickets für das Traditionsduell gegen den ehemaligen Bundesligisten sind ab sofort im Online-Ticketshop, dem Fanshop an der Hafenstraße und in allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Ab Dienstag gilt: Tribünen voll machen!

Wie laut die Hafenstraße werden kann, bewiesen die RWE-Fans jüngst beim Heimduell gegen Rot-Weiß Oberhausen. 12.500 Zuschauer peitschten Christian Neidhart und sein Team voran. Um einen wichtigen Dreier einzusacken, benötigt RWE auch gegen die Kaiserstädter Unterstützung von den Rängen! Der Vorverkauf für die Partie startet am Dienstag, 14.00 Uhr. Erhältlich sein werden Tickets im Steh-Bereich für die WAZ-Westkurve (Kategorie 4, Update: ausverkauft) sowie in den Sitzplatz-Blöcken der Sparkassen-, Stadtwerke Essen-, und Rahn-Tribüne (Kategorien 1-3).

Auch Wiedenbrück-Vorverkauf läuft

Für das Spiel sind Karten im Online-Ticketshop , im Fanshop an der Hafenstraße sowie in allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Banger Blick nach unten

Das Bild der Videotext-Tafel mit der Bundesliga-Tabelle vom 7. Spieltag der Saison 2006/2007 war in den sozialen Netzwerken vor wenigen Tagen ein Renner. Zum Auftakt des Spieltages war der Traditionsklub Alemannia Aachen, der sich am Samstag, den 30. Oktober (14.00 Uhr, Tickets an der Tageskasse) bei RWE an der Essener Hafenstraße vorstellt, damals beim 1. FSV Mainz 05 zu Gast. Die Kaiserstädter gewannen 3:1 und waren – wenn auch nur für eine Nacht – Tabellenführer der Bundesliga.

15 Jahre ist das jetzt her – und rückblickend auch nur eine schöne Momentaufnahme für die Aachener Anhänger. Denn am Ende der Saison belegten die Schwarz-Gelben Platz 17. Es folgten fünf Jahre in Liga zwei und ein Jahr in der 3. Liga, begleitet immer wieder von finanziellen Schwierigkeiten. Das änderte sich auch in der Regionalliga West nicht, in der die Alemannia seit 2013 an den Start geht. Zwei Insolvenzanträge musste der Klub in den letzten neun Jahren überstehen.

Zu den finanziellen „Schwergewichten“ gehören die Aachener auch derzeit nicht in der West-Staffel. Das heißt aber nicht, dass der Klub vom Tivoli keine Anziehungskraft mehr besitzt. Eher im Gegenteil. Ex-Trainer Patrick Helmes war ehemaliger Nationalspieler, Manager Martin Bader arbeitete unter anderem schon für den 1. FC Nürnberg und den 1. FC Kaiserslautern. Die Aachener Mannschaft, die im Vergleich zur Vorsaison deutlich verändert werden musste, ist noch auf der Suche nach Konstanz. Mit zehn Punkten aus 13 Partien rangierten die Kaiserstädter nach dem letzten Spieltag nur wegen der besseren Tordifferenz im Vergleich zum Bonner SC und zum FC Wegberg-Beeck nicht auf einem Abstiegsrang. Die Spitzenplätze sind weit entfernt. Der bange Blick der Alemannia-Anhänger geht nach unten.

Das gilt erst recht nach dem letzten Wochenende: Eine herbe 1:4 Heimniederlage gegen Rot Weiss Ahlen musste die Alemannia am 13. Spieltag einstecken. Dabei war die Mannschaft sogar noch frühzeitig durch Tim-Sebastian Buchheister (5.) in Führung gegangen. Für Ahlen wendeten die beiden Doppeltorschützen (28., Foulelfmeter/75.) und Ex-RWE-Spieler Andreas Ivan (49./87.) vor immerhin 4.900 Zuschauern das Blatt. Es war die siebte Niederlage im 13. Saisonspiel für Aachen.

Noch nicht so sehr in Erscheinung ist Hamdi Dahmani getreten. Der ehemalige Essener steht bei null Saisontoren. Nach zehn Einsätzen weist die Bilanz immerhin eine Vorlage aus. In der zurückliegenden Runde waren es für den drittliga-erfahrenen Dahmani nach 37 Spielen noch neun Tore und fünf Vorlagen.

Helmes muss gehen
Kurz vor dem Traditionsduell gegen Rot-Weiss Essen stellten die Alemannen Coach Helmes frei. „Nach einer intensiven Analyse wurde Patrick Helmes von den Verantwortlichen über diese Entscheidung informiert“, teilte der Klub nach der Pleite am Dienstag recht nüchtern mit.

Noch zwei Tage nach dem Ahlen-Spiel hatte sich Helmes im „kurzen fuffzehn“-Interview kämpferisch gezeigt. „Wir müssen zusehen, dass wir uns bald aus dieser Situation befreien“, sagt er rund 24 Stunden vor seiner Beurlaubung: „Wir gehören aktuell zu einer großen Gruppe von Vereinen, die darum kämpfen, keinen der Abstiegsplätze zu belegen. Gegen Rot Weiss Ahlen haben wir nicht die Körpersprache und den Willen gezeigt, die uns sonst auszeichnen. Die Niederlage ist also erklärbar.“

Neuer alter Trainer
An der Hafenstraße wird Fuat Kilic an der Seitenlinie stehen. Nach anderthalbjähriger Auszeit kehrt der 48-Jährige an seine alte Wirkungsstätte, den Tivoli, zurück. Erst am Freitag, also einen Tag vor dem Spieltag, präsentierten die Alemannen Kilic als neuen Coach: „Die Auszeit hat mir gutgetan, ich habe viele Spiele gesehen. Die Alemannia ist für mich eine Herzenzangelegenheit und ich hatte bereits eine erfolgreiche Zeit am Tivoli. Kurzfristig gilt es jetzt, den Verein wieder sportlich zu stabilisieren“, sagt Kilic in der offiziellen Mitteilung.

Herzenbruch ins Glück

Mit einem dramatischen Last-Minute-Sieg festigte Rot-Weiss Essen am 14. Spieltag in der Regionalliga West die Tabellenführung. Im Traditionsduell gegen Alemannia Aachen setzte sich das Team von Trainer Christian Neidhart 2:1 (1:1) durch und wahrte damit den Zwei-Punkte-Vorsprung vor dem ersten Verfolger Fortuna Köln (4:0 gegen KFC Uerdingen 05). Vor 11.250 Zuschauern an der Hafenstraße erlöste der aufgerückte Innenverteidiger Felix Herzenbruch (90.+5) die Gastgeber erst tief in der Nachspielzeit, verhinderte mit seinem ersten Punktspiel-Treffer im RWE-Trikot das vierte Unentschieden hintereinander und verdarb gleichzeitig den Einstand von Aachens Trainer-Rückkehrer Fuat Kilic. Zlatko Janjic (7.) hatte RWE bereits früh in Führung gebracht, der Ex-Essener Hamdi Dahmani (44.) kurz vor der Pause ausgeglichen. Die Alemannia rutschte auf einen Abstiegsplatz ab. Christian Neidhart nach dem Spiel: „Aachen hat probiert, das 1:1 über die Zeit zu bringen. So bitter das für die Alemannia ist, umso geiler sind diese Siege, wenn man mit purem Willen und drei, vier Eckbällen hintereinander den Treffer macht.“ 

Tarnat, Krasniqi und Janjic neu in der Startelf
Im Vergleich zum turbulenten 3:3 in der Nachholpartie bei der U23 von Fortuna Düsseldorf hatte Christian Neidhart zum Abschluss der anstrengenden englischen Woche drei Veränderungen in seiner Anfangsformation vorgenommen. Niklas Tarnat lief für Luca Dürholtz neben Kapitän Dennis Grote im zentralen Mittelfeld auf. In der Offensive durften Erolind Krasniqi (für Oguzhan Kefkir) und Zlatko Janjic (für Simon Engelmann) von Beginn an ran. Beide hatten bei der Aufholjagd in Düsseldorf als „Joker“ getroffen.

Der alte und neue Alemannia-Trainer Kilic stellte nur einen Tag nach seiner Vorstellung die beiden Angreifer Hamdi Dahmani, der aus seiner RWE-Zeit an der Hafenstraße noch bestens bekannt ist, und Jannik Mause neu in seine Startelf. Beide hatten zuvor verletzungsbedingt pausiert.

Janjic legt früh vor – Dahmani gleicht aus
Nach einer „Schrecksekunde“, als Hamdi Dahmani in der Anfangsphase am RWE-Tor vorbeiköpfte, übernahmen die Rot-Weissen eindeutig das Kommando und drängten die Gäste in die Defensive. Beim ersten Versuch verpasste Zlatko Janjic noch den Führungstreffer, als er den Ball nach einer Ecke von Erolind Krasniqi und der folgenden Kopfball-Verlängerung von Dennis Grote am zweiten Pfosten knapp verpasste. Nur zwei Minuten später war Janjic jedoch zur Stelle und brachte eine Flanke von Cedric Harenbrock per Kopfball zum 1:0 im Netz unter – 1:0 (7.).

Auch in der Folgezeit hatten die Hausherren wesentlich mehr vom Spiel, kamen erneut durch Zlatko Janjic sowie durch Erolind Krasniqi, Cedric Harenbrock und schließlich Niklas Tarnat zu weiteren guten Tormöglichkeiten. Je länger die erste Halbzeit dauerte, umso besser stellten sich die Aachener jedoch auf den Gegner ein und kamen zu einigen Ballgewinnen. Der Ausgleich kurz vor der Pause fiel dennoch überraschend. Nach einer Flanke von Jannis Held tauchte jedoch der Ex-Essener Hamdi Dahmani plötzlich frei vor dem RWE-Kasten auf – und traf per Kopf zum 1:1 (44.).

Erster Treffer für „Herze“ im RWE-Trikot
Angetrieben von den Fans, die ihre Mannschaft lautstark anfeuerten, drängten die Rot-Weissen nach der Pause auf den erneuten Führungstreffer. Zlatko Janjic kam nicht ganz an eine Hereingabe von Felix Bastians heran und verfehlte den Aachener Kasten wenig später mit einem Freistoß nur knapp.

Nach einer Stunde brachte Christian Neidhart mit Luca Dürholtz (für Niklas Tarnat), Oguzhan Kefkir (für Erolind Krasniqi) und Simon Engelmann (für Cedric Harenbrock) drei frische Spieler, um den Druck weiter zu erhöhen. Leider schied „Ötzi“ Kefkir verletzungsbedingt nur wenige Minuten später schon wieder aus und wurde durch Felix Heim ersetzt. Der 20-jährige Angreifer war kaum auf dem Platz, da hatte er schon das 2:1 auf dem Fuß, schoss aber über das Aachener Tor.

In der Schlussphase warf RWE noch einmal alles nach vorne. Simon Engelmann und Sandro Plechaty scheiterten jedoch mit einer Doppelchance, ehe der starke Alemannia-Torhüter Joshua Mroß erneut gegen Engelmann parierte. Die Rot-Weissen zogen ein regelrechtes Powerplay auf, erarbeiteten sich in der Nachspielzeit drei Ecken hintereinander – und wurden schließlich belohnt, als Felix Herzenbruch (90.+5) die Kugel doch noch zum 2:1 über die Linie stocherte. Sein erstes Regionalliga-Tor für RWE hatte sich „Herze“ damit für einen ganz besonderen Moment aufgehoben. Der Torschütze nach dem Spiel: „Zu seinem Tor: Das Ding wurde verlängert, ich bin da irgendwie reingeflogen, drin und dann ist auch egal. Ich habe den Schiri gehört wie er vor der Ecke sagte: ‚Das ist die letzte Aktion‘. Nach dem Treffer hatte ich nur im Kopf: ‚Ich habe vier gelbe Karten, zieh das Trikot nicht aus‘ (lacht).“

Für RWE geht es bereits am kommenden Freitag (5. November) ab 19.00 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei der U23 von Borussia Mönchengladbach weiter. Die Partie bei den „Fohlen“ wird dabei nicht – wie sonst üblich – im Gladbacher Grenzlandstadion ausgetragen, sondern im großen BORUSSIA-PARK, der Spielstätte der Bundesliga-Profis.

Stimmen zum Spiel

Zur ersten Halbzeit: Wir sind gut und druckvoll ins Spiel gekommen und machen ein frühes Tor. Aachen hat auch probiert, hoch zu pressen. Die Kontersituationen, die wir hatten, haben wir dann viel zu überhastet ausgespielt. Die Flanke vor dem Gegentor war dann sehr gut.

Aachen hat probiert, das 1:1 über die Zeit zu bringen. So bitter das für die Alemannia ist, umso geiler sind diese Siege, wenn man mit purem Willen und drei, vier Eckbällen hintereinander den Treffer macht.

Christian Neidhart

Zu seinem Tor: Das Ding wurde verlängert, ich bin da irgendwie reingeflogen, drin und dann ist auch egal. Ich habe den Schiri gehört wie er vor der Ecke sagte: ‚Das ist die letzte Aktion‘. Nach dem Treffer hatte ich nur im Kopf: ‚Ich habe vier gelbe Karten, zieh das Trikot nicht aus‘ (lacht).

Felix Herzenbruch (Spieler RWE)