

Sa., 16.04.2022 15:30 Uhr
Rot-Weiss Essen : Borussia M;gladbach U23
1 : 1
1 : 0
Unentschieden gegen Gladbach!
Rot-Weiss Essen hat die Chance verpasst, die Ausgangsposition im Rennen um die Meisterschaft in der Regionalliga West und den Aufstieg in die 3. Liga deutlich zu verbessern. Nachdem der direkte Konkurrent SC Preußen Münster in seiner Partie vom 34. Spieltag beim SV Lippstadt 08 nicht über ein 3:3 (0:2) hinausgekommen war, musste sich auch die Mannschaft von RWE-Cheftrainer Christian Neidhart mit einem 1:1 (1:0) gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach begnügen und bleibt damit in der Verfolgerrolle. Vor 10.023 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße brachte Flügelstürmer Marius Kleinsorge (36.) die Gastgeber vor der Pause in Führung. In der Schlussphase glich jedoch der eingewechselte Michael Wentzel (85.) aus und sicherte den Gladbachern einen wertvollen Zähler im Kampf um den Klassenverbleib. Für den Titelaspiranten aus Essen war es bereits das dritte 1:1 hintereinander.
Im Vergleich zum Klassiker bei Alemannia Aachen (1:1) hatte Christian Neidhart seine Anfangsformation drei Positionen verändert. Bei zwei Umstellungen hatte der 53-jährige Fußball-Lehrer dabei keine andere Wahl, denn die beiden Abwehrspieler Felix Herzenbruch (fünfte Gelbe Karte) und José-Enrique Rios Alonso (Corona-Infektion) standen nicht zur Verfügung. Außerdem nahm Luca Dürholtz zunächst auf der Bank Platz.
Nach überstandener Hüftbeuger-Verletzung kehrte Felix Bastians in den Kader und auch in die Startelf zurück. Außerdem durften Marius Kleinsorge und Oguzhan Kefkir von Beginn an auflaufen. Während Kleinsorge auf dem rechten Flügel stürmte, rückte Kefkir auf die linke Abwehrseite, weil Bastians neben Daniel Heber in der Innenverteidigung spielte.
Erstmals nach auskurierter Krankheit gehörte auch Torhüter und Kapitän Daniel Davari wieder zum RWE-Aufgebot. Neu in den Kader rückte auch U19-Linksverteidiger Nico Haiduk, der insgesamt zum dritten Mal bei einem Ligaspiel der ersten Mannschaft dabei war. Zum Einsatz kam er bislang einmal im Niederrheinpokal und bereitete beim 3:0 im Viertelfinale gegen die Spvg Schonneck einen Treffer vor.
RWE effektiv: Kleinsorge nutzt erste klare Chance
Von Beginn an waren Torraumszenen auf beiden Seiten eher Mangelware. Den ersten großen Jubel gab es an der Hafenstraße nach etwa 20 Minuten, als das Ergebnis des SC Preußen Münster in Lippstadt (3:3) die Runde machte. Damit war klar: Bei einem Heimsieg gegen die Gladbacher U23 hätte RWE die Meisterschaft wieder in der eigenen Hand.
Und genau das, was die Rot-Weissen zuletzt nicht ausgezeichnet hatte, nämlich die mangelnde Effektivität vor dem gegnerischen Tor, zeigte das Neidhart-Team diesmal. Neben einem groben Schnitzer in der Gladbacher Hintermannschaft traf Marius Kleinsorge (36.) mit einem langen Bein zur umjubelten 1:0-Führung. Kurz vor der Pause hatte Thomas Eisfeld noch die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, schoss aber deutlich drüber.
Chancen zum 2:0 vergeben – Wentzel gleicht spät aus
Auch in der zweiten Halbzeit blieb es eine eher zähe Partie, allerdings häuften sich die Offensivaktionen der Rot-Weissen. So kam Torjäger Simon Engelmann, der bis dahin nur selten in Erscheinung getreten war, in der ersten Viertelstunde nach der Pause zu drei Abschlüssen, blieb aber ohne Erfolg. Auch Felix Bastians traf die Kugel nach einer Freistoßflanke von Oguzhan Kefkir nicht richtig.
Nach einer guten Stunde mussten dann aber die RWE-Fans tief durchatmen, als Gladbachs Abwehrspieler Tom Gaal plötzlich freistehend aus kurzer Entfernung zum Schuss kam. Der Ball ging jedoch drüber. Auf der Gegenseite hatten Daniel Heber und Simon Engelmann jeweils nach Eckbällen gute Gelegenheiten, verfehlten jedoch das Gladbacher Gehäuse.
Um bei der ursprünglich sehr offensiven Aufstellung in der Schlussphase die Defensive zu verstärken, wechselte Christian Neidhart nach Luca Dürholtz (für Thomas Eisfeld) auch noch die Abwehrspieler David Sauerland (für Torschütze Marius Kleinsorge) und Yannick Langesberg (für Cedric Harenbrock) ein. Den Ausgleich durch den zur Halbzeit eingewechselten Michael Wentzel (85.) konnten sie allerdings auch nicht verhindern. Nach einem Freistoß parierte RWE-Torhüter Jakob Golz zunächst noch glänzend, war dann jedoch gegen Wentzels Nachschuss machtlos. In den Schlussminuten hatte Yannick Langesberg noch die Chance zum erlösenden Siegtreffer, schoss aber knapp vorbei.
Das Resümee von RWE-Chef-Trainer Christian Neidhart: „Wir sind maßlos enttäuscht. Nicht nur von unserem Ergebnis, sondern auch, dass wir diese Lippstädter Steilvorlage nicht nutzen konnten. Die Situation ist wie vor dem Spieltag. Es kann sich mit jeder Partie alles drehen, aber dafür müssen wir bessere Leistungen auf den Platz bringen.“
Nächstes Heimspiel und Wiedersehen mit Brauer
Nur drei Tage nach dem Gladbach-Spiel hat Rot-Weiss Essen am Dienstag (19. April) ab 19.30 Uhr erneut Heimrecht. Im Rahmen einer Nachholpartie vom 28. Spieltag in der Regionalliga West ist der SV Lippstadt 08 an der Hafenstraße zu Gast. Fast gleichzeitig (Anstoß um 19 Uhr) empfängt RWE-Konkurrent SC Preußen Münster im Spitzenspiel den Tabellendritten Fortuna Köln.
Danach lässt die nächste Auswärtsaufgabe für die Rot-Weissen nicht lange auf sich warten. Erneut gerade einmal drei Tage nach dem Lippstadt-Spiel geht es am Freitag, 22. April, ab 19.30 Uhr zum Auftakt des 35. Spieltages zu den stark abstiegsbedrohten Sportfreunden Lotte um den gebürtigen Essener und früheren RWE-Kapitän Timo Brauer





