Rot-Weiss Essen – Rot-Weiss EssenFortuna Köln – Rot-Weiss Essen

Rot-Weiss Essen

 - 

Fortuna Köln

So. 29.08. 14:00 Uhr

2 - 1

0 - 1

GegnerinfosSpielberichtStimmen

SASCHA MARQUET KEHRT ALS TORSCHÜTZENKÖNIG ZURÜCK

Mit dem Top-Spiel gegen den Traditionsverein und ehemaligen Bundesligisten Fortuna Köln endet für Rot-Weiss Essen am Sonntag, 14.00 Uhr, die erste englische Woche in der neuen Saison der Regionalliga West. Wenn es nach einer Umfrage unter den 20 Trainern in der West-Staffel geht, dann stehen sich im Stadion Essen zwei Spitzenmannschaften und Aufstiegsaspiranten gegenüber.

Mit 66 Punkten hatten die Kölner in der letzten Abschlusstabelle Rang vier belegt, mussten nur Meister BVB II, RWE und dem SC Preußen Münster den Vortritt lassen. Auch in dieser Spielzeit bleiben die Ansprüche in der Südstadt hoch. „Nach der starken Rückrunde und der sehr guten Vorbereitung gehört Preußen Münster zu den Meisterschaftsfavoriten. Auch Rot-Weiss Essen wird wieder oben mitspielen“, gab Fortuna-Cheftrainer Alexander Ende bei der Trainerumfrage zu Protokoll – und ließ Titelambitionen zumindest durchblicken: „Wir wollen uns gegenüber der letzten Saison verbessern, wollen angreifen und streben einen Platz unter den Top3-Teams an.“ Der Saisonstart ist mit zwei Siegen in den ersten beiden Spielen (2:0 gegen den FC Wegberg-Beeck und 4:1 beim SV Rödinghausen) geglückt. Am Mittwoch stand noch das Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen auf dem Programm.

Personell hat sich bei den Kölnern gegenüber der vorherigen Spielzeit einiges getan. So mussten die Abgänge von Leistungsträgern wie Mittelstürmer Roman Prokoph (jetzt Wuppertaler SV) oder Rechtsverteidiger Nico Ochojski (zum SC Verl) sowie der beiden Torhüter Martin Velichkov (Rot Weiss Ahlen) und Kevin Rauhut (SGV Freiburg) adäquat ersetzt werden. Auch Mittelfeldspieler Hamza Salman steht nicht mehr zur Verfügung, schnürt seit diesem Sommer die Schuhe für den SV Rödinghausen.

Einige Konstanten blieben jedoch: Der lange Innenverteidiger Jannik Löhden führt die Kölner weiterhin als Kapitän auf das Feld. Der erfahrene Mittelfeldspieler Maik Kegel bekleidet die Position des Vize-Kapitäns. Den Mannschaftsrat komplettieren Mike Owusu, Pascal Itter und Torwart-Neuzugang André Weis.

Der erfahrene Schlussmann Weis stand zuvor beim Nachbarn und Drittligisten FC Viktoria Köln zwischen den Pfosten, ist jetzt bei der Fortuna die Nummer eins. Den Konkurrenzkampf im Kasten sollen aber auch die weiteren Neuzugänge Felix Buer (zuletzt VfB Homberg) und Hannes Daniel Kramp (SV Lippstadt 08 U 19) anheizen. Mit Offensivspieler Stipe Batarilo (zuvor Alemannia Aachen), Abwehrspieler Sören Dieckmann (SV Sandhausen) und Leon Demaj (Sportfreunde Lotte) wurde der Kader mit erfahrenen Spielern punktuell verstärkt. Hinzu kommt nicht zuletzt die Rückholaktion von Offensivspieler Sascha Marquet. Der 31-Jährige, der in der letzten Saison für den TSV Steinbach Haiger in der Regionalliga Südwest in 31 Partien 20 Treffer erzielt und 15 weitere Tore vorbereitet hatte, gilt als „Königstransfer“ und als feste Größe im Angriff. Bereits in der Saison 2014/2015 war er für die Fortuna am Ball. „Wir sind sehr froh und stolz, dass wir Sascha von dem Weg der Fortuna überzeugen konnten“, sagt Trainer Ende. „Mit Sascha gewinnen wir einen sehr kompletten Spieler, der gerade in den letzten Jahren einen großen Entwicklungsschritt gemacht hat. Neben seiner eigenen Torgefahr hat er das Auge für seine Mitspieler.“ Auch von Marquets weiteren Qualitäten ist der 41-jährige Fußball-Lehrer überzeugt: „Er bringt Geschwindigkeit mit, ist technisch stark und verfügt über ein gutes Kopfballspiel.“

NERVENSTARKER DÜRHOLTZ BESCHERT SIEG

Der erste Heimsieg ist unter Dach und Fach! Rot-Weiss Essen setzte sich am 4. Spieltag in der Regionalliga West im Top-Spiel gegen Fortuna Köln trotz eines 0:1-Rückstands am Ende noch 2:1 (0:1) durch und überholte mit jetzt neun Punkten die zuvor noch ungeschlagenen Domstädter.

Fortuna-Mittelstürmer Sascha Marquet (45.) hatte die Gäste vor 7500 Zuschauern an der Hafenstraße kurz vor der Pause mit einem Kopfball 1:0 in Führung gebracht. Ebenfalls per Kopf besorgte RWE-Innenverteidiger Daniel Heber (59.) in der zweiten Halbzeit den Ausgleich, in der spannenden Schlussphase behielt Mittelfeldspieler Luca Dürholtz (89.) die Nerven und verwandelte einen an Kevin Holzweiler verursachten Foulelfmeter zum Siegtor. Für den Neuzugang vom Südwest-Regionalligisten SV 07 Elversberg war es der erste Pflichtspiel-Treffer im RWE-Trikot. „Der Sieg war hochverdient. Bis zur 45. Minute haben wir ein gutes Match abgeliefert, alles wegverteidigt und dann kommt ein langer Einwurf, bei dem Fortuna Köln ein Vorteil von der Größe hat. Ich hatte den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass wir das Duell über die Bank entscheiden können. Das hat mit Cedric Harenbrock und Kevin Holzweiler auch funktioniert. Schön ist, dass wir uns nach den zahlreichen Chancen belohnt haben“, resümiert RWE-Chef-Trainer Christian Neidhart.

Trainer Christian Neidhart hatte seine Anfangsformation im Vergleich zum 1:0-Derbysieg beim Wuppertaler SV lediglich auf einer Position verändert. Im Mittelfeld durfte erstmals Erolind Krasniqi (für Cedric Harenbrock) von Beginn an spielen. Für den Rückkehrer vom Nordost-Regionalligisten BFC Dynamo war es der erste Startelf-Einsatz im RWE-Trikot seit November 2019, damals übrigens bei einem 2:1-Auswärtserfolg in Wuppertal. In der Abwehr musste der RWE-Trainer nicht umstellen, weil sich Innenverteidiger Daniel Heber rechtzeitig fit gemeldet hatte. Der 27-Jährige hatte in den letzten Tagen über einen angeschwollenen Knöchel geklagt, musste intensiv behandelt werden, konnte dann aber doch gegen die Fortuna auflaufen – und zeichnete sich sogar als Torschütze aus. Erstmals nach seiner Augenverletzung gehörte Flügelstürmer Kevin Holzweiler wieder zum Aufgebot, wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt und hatte in der Schlussphase noch entscheidenden Anteil am dritten Essener Sieg im vierten Saisonspiel.

Plechaty und Engelmann scheitern am Pfosten

Direkt in der Anfangsphase hatten die Rot-Weissen zweimal Aluminium-Pech. Erst traf Sandro Plechaty nach Vorlage von Kapitän Dennis Grote den Pfosten, dann scheiterte auch Torjäger Simon Engelmann am Gebälk. Überhaupt waren die Essener von Beginn an spielbestimmend, hatten wesentlich mehr Ballbesitz und kamen durch Oguzhan Kefkir, Isaiah Young, Luca Dürholtz, Simon Engelmann und Erolind Krasniqi zu weiteren guten Abschlüssen. Als „Isi“ Young im Kölner Strafraum zu Fall gebracht wurde, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Marco Goldmann (Warendorf) stumm. Die Fortuna kam dagegen nur selten vor das RWE-Tor – und ging doch mit einer Führung in die Kabinen. Per Kopfball war Mittelstürmer Sascha Marquet (45.) kurz vor der Pause erfolgreich und markierte dabei bereits sein drittes Saisontor.

Doppelschlag zum Sieg

Die rot-weisse Mannschaft zeigte sich von dem Rückstand jedoch nicht geschockt, sondern setzte die tiefstehenden Gäste auch zu Beginn des zweiten Durchgangs unter Druck. Bevor Daniel Heber (59.) nach einer Freistoßflanke von Oguzhan Kefkir per Kopfball den Ausgleich markierte, hatte schon Sandro Plechaty nach gutem Zuspiel von Erolind Krasniqi das Kölner Tor aus spitzem Winkel knapp verfehlt. Kurz nach dem Treffer brachte Trainer Neidhart mit Cedric Harenbrock (für Krasniqi) und Kevin Holzweiler (für Kefkir) zwei frische Offensivspieler. Harenbrock setzte auch nur wenig später Simon Engelmann zweimal geschickt in Szene, ein Treffer wollte dem Torjäger jedoch trotz einiger guter Möglichkeiten nicht gelingen. RWE ließ auch in der Schlussphase – inzwischen mit Zlatko Janjic für Simon Engelmann im Sturmzentrum – nicht locker, drängte weiter auf das Siegtor. Ein Seitfallzieher von Cedric Harenbrock war ebenso nicht von Erfolg gekrönt wie ein Schuss von Dennis Grote, der am Außennetz der Kölner landete.
Dann aber die entscheidende Szene: „Joker“ Kevin Holzweiler wurde im Strafraum gefoult, den fälligen Strafstoß verwandelte Luca Dürholtz (89.) unter dem lautstarken Jubel der RWE-Fans. „Es ist Fifty-Fifty, entweder hat der Torwart die Ecke oder er hat sie nicht“, beschreib Dürholtz selbst die Situation nach dem Spiel und weiter: „Der Schuss war dann aber zu gut platziert.“ In der Nachspielzeit versuchten es auch die Gäste noch einmal, Innenverteidiger José-Enrique Rios Alonso war jedoch aufmerksam und klärte die letzte gefährliche Aktion. Beim Abpfiff kannte die Freude auf den Tribünen und auf dem Platz keine Grenzen.

Weil die Auswärtspartie vom 5. Spieltag bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf auf Dienstag, 26. Oktober, 19 Uhr, verschoben wurde, geht es für RWE in der Meisterschaft erst in knapp zwei Wochen weiter. Am Freitag, 10. September, stellt sich der VfB Homburg an der Hafenstraße vor. Anstoß im Stadion Essen ist um 19.30 Uhr. Nur vier Tage später (Dienstag, 14. September, 19 Uhr) steigt das nächste Spitzenspiel beim SC Preußen Münster, der mit einem 4:0 (1:0) beim FC Wegberg-Beeck die Tabellenführung eroberte

Stimmen zum Spiel

Der Sieg war hochverdient. Bis zur 45. Minute haben wir ein gutes Match abgeliefert, alles wegverteidigt und dann kommt ein langer Einwurf, bei dem Fortuna Köln ein Vorteil von der Größe hat. Ich hatte den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass wir das Duell über die Bank entscheiden können. Das hat mit Cedric Harenbrock und Kevin Holzweiler auch funktioniert. Schön ist, dass wir uns nach den zahlreichen Chancen belohnt haben.

Christian Neidhart (Chef-Trainer RWE)

Etwas Schöneres, als diesen Sieg, kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe schon viel von der Hafenstraße gehört und das heute war Hafenstraßen-Fußball.  Beim Elfmeter ist es dann Fifty-Fifty. Entweder der Torwart hat die Ecke oder er hat sie nicht, der Schuss war dann aber zu gut platziert.

Luca Dürholtz

Wir waren von Anfang an die bessere Mannschaft, sind gut reingekommen und haben bis zum Ende der ersten Halbzeit gut gespielt. Gottseidank haben wir nach dem Gegentreffer noch das 1:1 und das 2:1 gemacht.

Zu seinem Kopfballtor zum 1:1: Ich habe mich geschickt freigelaufen, auf den ersten Pfosten spekuliert und mich dann an den zweiten abgesetzt. Ich treffe den Ball nicht einmal optimal, aus der Entfernung war es aber schwer für den Torhüter.

Daniel Heber