Rot-Weiss Essen – Rot-Weiss EssenSC Wiedenbrück – Rot-Weiss Essen

Rot-Weiss Essen

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SC Wiedenbrück

Sa. 16.10. 14:00 Uhr

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GegnerinfosSpielberichtStimmen

GUTE GRUNDLAGE GESCHAFFEN

Der SC Wiedenbrück, der am Samstag ab 14.00 Uhr im Rahmen des 12. Spieltages in der Regionalliga West bei RWE an der Hafenstraße gastiert (Tageskassen geöffnet), hat sich eine gute Grundlage geschaffen. Der Saisonstart ist der Mannschaft von SCW-Trainer Daniel Brinkmann gut geglückt. Hauptgrund für den Platz in der oberen Tabellenhälfte ist eine Serie von vier Siegen ab dem 2. Spieltag, darunter ein 1:0 gegen die ambitionierten Rot-Weißen aus Oberhausen sowie ein 1:0 am Tivoli bei Alemannia Aachen. Die gute Ausbeute von 18 Zählern aus zehn Begegnungen sorgt für ein beruhigendes Polster auf die Abstiegszone, von der sich die Wiedenbrücker möglichst im gesamten Saisonverlauf fernhalten wollen.

Erstmals getrübt wurde die Laune durch das Ausscheiden im Westfalenpokal. Beim Oberligisten Westfalia Rhynern unterlag der SCW bei seinem ersten Pokal-Auftritt in dieser Saison überraschend 0:1 und verpasste damit den Sprung in die nächste Runde. Der Traum von einer neuerlichen DFB-Pokal-Teilnahme ist also erst einmal geplatzt. In der Meisterschaft kann sich Wiedenbrücks Trainer Daniel Brinkmann besonders auf seine Defensive verlassen. Die Abwehr um Kapitän und Torwart Marcel Hölscher ließ in zehn Spielen erst acht Gegentreffer zu und gehört damit zu den stärksten Defensivreihen in der Liga. RWE kassierte in ebenfalls zehn Begegnungen ein Gegentor mehr.

Nicht mithalten kann Wiedenbrück allerdings beim Vergleich der beiden Offensivreihen. Während RWE – nicht zuletzt auch dank des jüngsten 11:0-Rekordsieges beim KFC Uerdingen 05 – bereits 28 Treffer erzielte und damit auch in dieser Wertung die Statistik anführt, waren es auf Wiedenbrücker Seite erst 13 Tore. Das reicht in dieser Hinsicht lediglich für einen Mittelfeldplatz. Die interne Torschützenliste führen Stürmer Benedikt Zahn und Mittelfeldspieler Saban Kaptan mit jeweils drei Treffern an.

Die Bilanz gegen den SC Wiedenbrück ist für RWE leicht positiv. In der Regionalliga West standen sich beide Teams bisher in 16 Duellen gegenüber. Siebenmal gewann Rot-Weiss, viermal Wiedenbrück. Fünfmal gab es keinen Sieger, darunter auch in den beiden Partien der Vorsaison, in denen die Ostwestfalen zwei Unentschieden erkämpften (1:1 und 0:0). Das Brinkmann-Team war damit neben Meister Borussia Dortmund U23 die einzige Mannschaft, gegen die RWE in der abgelaufenen Saison nicht zumindest einen Sieg landen konnte.

Mit weiteren Erfolgserlebnissen will der SC Wiedenbrück auch in der laufenden Spielzeit daran arbeiten, möglichst frühzeitig die Weichen auf Klassenverbleib zu stellen. Denn eine Selbstverständlichkeit ist die Zugehörigkeit zur 4. Liga für die Ostwestfalen nicht. Rückblick: Noch Anfang März des letzten Jahres hatte der SCW zunächst seinen Verzicht auf den Wiederaufstieg verkündet und diese Entscheidung unter anderem mit den deutlich höheren Kosten in der Regionalliga und dem mangelhaften Zuschauerinteresse in Wiedenbrück begründet.

Doch: Nach der Bekanntgabe des Verzichts entwickelte sich „eine Dynamik, die uns ebenso überrascht wie erfreut hat“, so die Vereinsführung damals. „Insbesondere erklärten sich namhafte Personen aus eigenem Antrieb und auf Anfrage bereit, in den Vorstand des SC Wiedenbrück einzutreten und damit Verantwortung für eine nachhaltige Perspektive des Vereins im höherklassigen Fußball zu übernehmen“. Jetzt wollen die Wiedenbrücker alles dafür tun, dass der Verein auch in der kommenden Saison viertklassig bleibt. Die Basis ist gelegt.

Torloses Remis gegen Wiedenbrück

Rot-Weiss Essen führt die Tabelle in der Regionalliga West auch nach dem 12. Spieltag mit drei Punkten Vorsprung an. Zwar musste sich das Team von Cheftrainer Christian Neidhart im Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück mit einem torlosen Unentschieden vor 9.000 Zuschauern begnügen. Allerdings trennten sich auch die beiden Verfolger Wuppertaler SV und Rot-Weiß Oberhausen 1:1 (0:0), so dass der Abstand erhalten blieb. Beide Teams beendeten die Partie nicht in voller Mannschaftsstärke. Kurz vor der Pause sah RWE-Innenverteidiger Daniel Heber wegen einer Notbremse die Rote Karte (42.). In der zweiten Halbzeit musste dann auch der Wiedenbrücker Mittelfeldspieler Hendrik Lohmar wegen wiederholten Foulspiels mit der Gelb-Roten Karte vorzeitig unter die Dusche (51.). Die Rot-Weissen drängten fast über die gesamten 90 Minuten auf den erlösenden Siegtreffer, konnten den bärenstarken SCW-Torhüter Marcel Hölscher aber nicht überwinden. Die Gäste aus Ostwestfalen, die gegen RWE schon in der letzten Saison zwei Unentschieden erkämpft hatten (1:1 und 0:0), stellten aber auch unter Beweis, warum sie mit erst acht Gegentoren zu den defensivstärksten Teams der Liga gehören. „Wir haben die ersten dreißig Minuten druckvoll gespielt, den Gegner ins Laufen bekommen und gut verteidigt. Ich habe bereits im Vorfeld gesagt: Kleinigkeiten entscheiden solche Spiele. Nutzt Du Möglichkeiten, die du bekommst, veränderst Du das Spiel komplett. Wiedenbrück hat leidenschaftlich verteidigt und 90 Minuten den Fokus auf die Defensive gelegt.

Heber zurück in der Startelf – Tarnat im Aufgebot
Im Vergleich zum 11:0-Rekordsieg beim KFC Uerdingen 05 nahm Christian Neidhart nur eine Änderung in der Anfangsformation vor. Nach seiner krankheitsbedingten Pause kehrte Innenverteidiger Daniel Heber in die Dreier-Abwehrkette neben José-Enrique Rios Alonso und Felix Bastians zurück. Felix Herzenbruch musste dafür zunächst auf der Bank Platz nehmen. Schon im Zweitrundenspiel des Niederrheinpokals beim Mönchengladbacher Bezirksligisten Sportfreunde Neuwerk (7:0) hatte Heber ein 45-Minuten-Comeback gefeiert. Diesmal war sein Einsatz wegen der Roten Karte schon kurz vor der Pause beendet. Erstmals im Punktspiel-Aufgebot stand Mittelfeld-Neuzugang Niklas Tarnat (zuvor Hannover 96), der wenige Tage zuvor verpflichtet worden war und gegen Neuwerk auf Anhieb von Beginn an gespielt hatte. Gegen Wiedenbrück wurde er eingewechselt.

Engelmann hat beste Chance zum Führungstreffer
Die Gastgeber übernahmen an der Hafenstraße sofort die Initiative. Schon nach zwei Minuten prüfte Offensivspieler Cedric Harenbrock mit einem 17-Meter-Schuss erstmals SCW-Schlussmann Marcel Hölscher. Wenig später hatte der Wiedenbrücker Torhüter bei einem Versuch von Oguzhan Kefkir schon wesentlich mehr Mühe, während ein Kopfball von Kapitän Dennis Grote nicht wirklich gefährlich wurde. Erneut eingreifen musste Hölscher bei einer guten Möglichkeit von Simon Engelmann, ehe auch die Gäste zu ihrem ersten Abschluss kamen. Nach einem Ballverlust von Dennis Grote zog Said Harouz ab, verfehlte den Essener Kasten aber deutlich.
Insgesamt verzeichneten die Rot-Weissen um die 80 Prozent Ballbesitz, konnten sich im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit aber nicht mehr ganz so häufig vor dem gegnerischen Tor in Szene setzen. Die kompakt verteidigenden Gäste aus Ostwestfalen ließen zumindest in dieser Phase nur wenige gefährliche RWE-Aktionen zu.
Dennoch hatte Simon Engelmann in der Schlussphase der ersten Hälfte die große Chance zum 1:0 auf dem Fuß. Nach guter Vorarbeit von Sandro Plechaty und Cedric Harenbrock scheiterte der Mittelstürmer erneut am glänzend reagierenden Marcel Hölscher. Wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff mussten die Rot-Weissen dann einen herben Rückschlag hinnehmen. Nach einem Ballverlust konnte Daniel Heber den enteilenden Benedikt Zahn nur noch mit einem Foul stoppen – und sah die Rote Karte (42.). Torlos ging es in die Kabinen.

Kaptan kratzt Bastians-Kopfball von der Linie
Zu Beginn der zweiten Halbzeit, die beide Mannschaften zunächst unverändert in Angriff nahmen, wurde Dennis Grote im Wiedenbrücker Strafraum zu Fall gebracht. Die Pfeife von Schiedsrichter Christian Scheper (Emstek) blieb jedoch stumm. Dafür entschied der Unparteiische aus Niedersachsen wenig später auf Gelb-Rote Karte, als Wiedenbrücks Mittelfeldspieler Hendrik Lohmar erneut Dennis Grote foulte (51.). Damit war die Gleichzahl auf dem Spielfeld wieder hergestellt.
Für die Rot-Weissen war der Platzverweis offenbar das Signal, um wieder richtig aufzudrehen. Fast im Minutentakt gab es vielversprechende Möglichkeiten durch Luca Dürholtz, Simon Engelmann, Dennis Grote und vor allem Felix Bastians, dessen Kopfball Saban Kaptan auf der Torlinie abwehrte. Kaptan stand auch wenige Minuten später unfreiwillig im Blickpunkt, als er wegen einer Kopfverletzung behandelt werden musste und schließlich mit einem Kopfverband weiterspielte. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte RWE-Trainer Neidhart nach Kevin Holzweiler, der für Cedric Harenbrock gekommen war, mit Felix Heim, Neuzugang Niklas Tarnat und Felix Herzenbruch drei weitere frische Spieler. Dafür verließen Oguzhan Kefkir, Luca Dürholtz und Isaiah Young das Feld. Die Rot-Weissen blieben bis zum Abpfiff am Drücker und drängten auf den erlösenden Siegtreffer. Sandro Plechaty, Dennis Grote, Felix Bastians und Felix Herzenbruch hatten aber ebenfalls kein Glück im Abschluss. Bezeichnend für den Kampfgeist der Essener: Der eingewechselte Kevin Holzweiler verließ nach einem Foul humpelnd den Platz, kehrte aber nur wenig später zurück, weil das Auswechselkontingent schon erschöpft war. Am Ende blieb es beim torlosen Remis.

Auswärtsspiele in Köln und Düsseldorf folgen
Für RWE geht es in der Regionalliga West am nächsten Samstag, 23. Oktober, 14.00 Uhr, mit dem Gastspiel bei der U21 des 1. FC Köln weiter. Die Partie geht im Franz-Kremer-Stadion am Geißbockheim über die Bühne. Es treffen dort die beiden mit Abstand torgefährlichsten Teams der Liga im direkten Duell aufeinander. Die Kölner kommen nach dem jüngsten 6:2 (3:2) bei Rot Weiss Ahlen als Tabellensechster bereits auf 29 Saisontreffer. Die Rot-Weissen waren bislang 28 Mal erfolgreich. Es ist für RWE das erste von zwei Auswärtsspielen in Folge, denn nur vier Tage später (Mittwoch, 27. Oktober, 19.30 Uhr) steht die Nachholbegegnung vom 5. Spieltag bei der U23 von Fortuna Düsseldorf auf dem Programm. Das nächste Heimspiel steigt am Samstag, 30. Oktober, 14.00 Uhr, gegen Alemannia Aachen.

Stimmen zum Spiel

Wir haben die ersten dreißig Minuten druckvoll gespielt, den Gegner ins Laufen bekommen und gut verteidigt. Ich habe bereits im Vorfeld gesagt: Kleinigkeiten entscheiden solche Spiele. Nutzt Du Möglichkeiten, die du bekommst, veränderst Du das Spiel komplett. Wiedenbrück hat leidenschaftlich verteidigt und 90 Minuten den Fokus auf die Defensive gelegt.

Christian Neidhart (Chef-Trainer RWE)

Wir haben es probiert, aber das goldene Tor nicht geschossen. Die Durchschlagskraft und das letzte Quäntchen Glück haben heute einfach gefehlt. Wichtig ist dennoch, besonders wenn man die anderen Ergebnisse sieht, dass wir den Punkt mitgenommen haben. Da braucht man den Kopf nicht hängen zu lassen!

Felix Bastians (Spieler RWE)

Wir haben diesen Punkte glücklich geholt, auch wenn wir leidenschaftlich und gut verteidigt haben. Mit unserem Ballbesitzspiel war ich nicht zufrieden: Das mag dem Zuschauer nicht auffallen, aber wenn Du Dir in entscheidenden Phasen den Ball zu weit vorlegst, entscheidet das schon früh im Mittelfeld ob ‚Chance‘ oder ‚Nicht-Chance‘.

Daniel Brinkmann (Trainer SCW)