SV Rödinghausen – Rot-Weiss EssenRot-Weiss Essen – Rot-Weiss Essen

SV Rödinghausen

 - 

Rot-Weiss Essen

Sa. 07.05. 14:00 Uhr

0 - 3

0 - 2

GegnerinfosSpielberichtStimmen

SIEGESSERIE FORTSETZEN!

Siegesserie fortsetzen! – Rot-Weiss Essen
Wie schon vor zwei Wochen, möchten (v.l.n.r.) Raphael Koczor, Nico Haiduk, Oguzhan Kefkir und Daniel Heber mit RWE am „Lotter Kreuz“ gewinnen. (Foto: Heidelberg / Breilmannswiese)

Bühne frei für das letzte Auswärtsspiel des Jahres – und was für eins! Rot-Weiss Essen gastiert am Samstag, 14.00 Uhr, im „Stadion am Lotter Kreuz“ beim SV Rödinghausen. Oberstes Ziel des Teams von der Hafenstraße: Die Serie von zuletzt drei Regionalliga-West-Siegen in Folge fortführen und so ein packendes Saisonfinale gegen RW Ahlen in der Woche drauf herbeiführen.

Die Ausgangslage:

Der Aufstiegskampf spitzt sich zu. Noch zwei Spiele, Rot-Weiss Essen verfolgt Tabellenführer SC Preußen Münster, der zwei Punkte Vorsprung hat. Die Tordifferenz ist nahezu ausgeglichen. Zwar zählt der SCP aktuell einen Trefferpunkt mehr (Münster: +48, RWE: +47), bei einem nötigen Unentschieden der Münsterländer und parallelem Rot-Weiss-Sieg würde sich diese allerdings wieder ausgleichen. Ist die Differenz im Abschlussklassement identisch, zählen die erzielten Treffer. Da liegt RWE aktuell weit und scheinbar uneinholbar vorn: 79 Tore stehen dem Rot-Weiss zu Buche, 71 der Mannschaft von Sascha Hildmann.

Bevor allerdings über den Klassement-Endstand geschrieben und geredet wird, muss RWE mit einem Sieg bei Rödinghausen bestehen. Ob dieser Rot-Weiss unter Umständen sogar an die Tabellenspitze bringen könnte, ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Duellchecks zwar noch nicht klar, bei Anstoß dafür schon: Der SCP trägt sein Liga-Spiel bei Heimmacht SC Wiedenbrück (nur vier Niederlagen im eigenen Stadion) am Freitagabend aus.

Vor der Brust hat RWE tags drauf mit den Rödinghausenern ein Team, was ins Besondere Simon Engelmann gut kennen dürfte. Der Torschützenkönig in spe – „Engels“ Verfolger liegt sieben Treffer bei noch zwei auszuspielenden Partien hinter ihm – kickte insgesamt drei Jahre am Wiehen und wechselte von dort aus an die Hafenstraße. Wettbewerbsübergreifend kommt „Engel“ auf 68 Treffer in 106 Spielen. Einen besseren Schnitt als diesen (0,63 Tore / Spiel) hat Engelmann mit 0,71 Erfolgserlebnissen pro Partie nur bei RWE.

Seine Seitenlinien-Premiere gibt RWE-Sportdirektor Jörn Nowak, der interimsweise als Teamchef fungiert. Vincent Wagner fährt zudem als zusätzlicher Co-Trainer nach Lotte.

Zählen möchte RWE in Rödinghausen wieder auf die Auswärtsstarke in  dieser Saison. Auf fremden Plätzen gewann das rot-weisse Team durch elf Siege und sechs Remis insgesamt 39 Zähler – Liga-Bestwert! Mit 40 Treffern in der Ferne stellt Essen zudem den stärksten Auswärtssturm der Liga.

Das Hinspiel:

Schon das Aufeinandertreffen der Hinrunde verrät: Der SV Rödinghausen ist keineswegs Fallobst. Mit Fug und Recht war der rot-weisse 1:0-Erfolg im Stadion an der Hafenstraße Ende November als Arbeitssieg zu bezeichnen. Mittelfeldmann Cedric Harenbrock erlöste Essen vor 9.017 Zuschauern spät mit einem Abstauber nach Vorlage von Plechaty.

Kurios: Der SVR beendete die Partie mit neun Mann, fuhr zwei der insgesamt sechs Platzverweise über die Saison an der Hafenstraße ein. Angelo Langer stoppte zunächst Isaiah Young mit einer Notbremse und sah dafür von Referee Fabian Maibaum den roten Karton, in der Nachspielzeit verließ auch Adrian Bravo Sanchez wegen grobem Doppelfouls das Spielfeld.

„Das war eine harte Nummer! Wir mussten uns reinkämpfen, haben das Spiel aber kontrolliert und so verdient gewonnen“, resümierte Blondschopf und Siegtorschütze Harenbrock.

Siegesserie fortsetzen! – Rot-Weiss Essen
Doppel-Rot! Im Hinspiel flogen mit Julian Wolff und Adrian Bravo-Sanchez gleich zwei Rödinghausener vom Feld. (Foto: Heidelberg / Breilmannsiwese)

Der Gegner:

Der SV Rödinghausen spielt eine insgesamt solide Regionalliga-West-Saison. Gegen Rot Weiss Ahlen musste sich der Gastgeber zwar zuletzt mit 1:2 geschlagen geben, zuvor gelang dem von Carsten Rump trainierten Team jedoch das Kunststück, sieben Spiele in Folge ungeschlagen zu bleiben. Zu Buche stehen bei 18 Siegen, sieben weitere Unentschieden und 11 Niederlagen.

Und das alles, obwohl der Saisonstart nicht gerade optimal verlief. Gleich viermal nacheinander verlor das Wiehen-Team unter der Übungsleitung von Nils Drube, ehe sich die Geschäftsführung um Alexander Müller entschied, mit Carsten Rump einen neuen Coach zu installieren. Der 41-Jährige durchlief zuvor sämtliche Stationen bei Ostwestfalen-Klub Arminia Bielefeld: Vom Sponsoringmitarbeiter zum U19-Coach und schließlich zum Co-Trainer der Herren. Nach kurzer anschließender Assistenten-Station beim FC Ingolstadt landete Rump beim SVR.

Auch wenn die Defensive zumeist steht, – insgesamt 14-mal und somit genauso oft wie RWE, hielt Rödinghausen die Null zu Spielschluss – läuft es offensiv beim Region-West-Klub nicht rund. Mit 41 Treffern haben die Westfalen nur rund die Hälfte der RWE-Treffer erzielt. Das ist der schwächste Wert der oberen Tabellenhälfte der Regionalliga West. Überhaupt schossen nur sechs Mannschaften in der Liga weniger Tore. Von den insgesamt 18 Siegen war der Vorsprung in nur vier Spielen größer als einen Treffer. Zudem konnten von neun Partien gegen Top-5-Teams bislang nur zwei gewonnen werden.

Deutlich wird die Offensivschwäche auch durch die besten Torschützen. Die interne Trefferkrone teilt sich Außenbahnspieler Vincent Schaub derzeit mit Innenverteidiger Julian Wolff. Beide kommen auf sechs Erfolgserlebnisse.

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Daniel Flottmann ist 37 und verlängerte jüngst seinen Vertrag am Wiehen. (Foto: Endberg)

Klar auch: Für Rödinghausen geht nicht mehr viel in der Tabelle. Das fünftplatzierte Fortuna Köln liegt bei noch zwei auszuspielenden Partien sieben Zähler vor dem SVR, einzig die Geißbock-Reserve, die mit 59 Punkten (SVR: 61) auf siebter Position liegt, kann die Rump-Mannschaft einholen.

Das Stadion:

Es ist schon eine kleine Besonderheit: Rot-Weiss Essen trägt die zwei abschließenden Saison-Auswärtsspiele im  „Stadion am Lotter Kreuz“ aus. Die Arena nahe der Bundesautobahnen 1 sowie 30 beherbergte schon das rot-weisse Duell mit den Sportfreunden Lotte am 22. April. Der SV Rödinghausen nutzt die Spielstätte als Ausweichort zum eigenen „Wiehenstadion“.

Gutes Omen: Vor zwei Wochen besiegte RWE Lotte an gleicher Stelle mit 3:0.

Zum Regionalliga-Auswärtsspiel gegen Rödinghausen übrigens sind beide Hintertorgeraden in rot-weisser Hand: Zugeteilte Steh- und Sitzplatzbereiche liegen jeweils hinter den Keepern. Steh-Tickets sind noch verfügbar, die Tageskassen öffnen ab 12.30 Uhr.

Der Schiedsrichter:

Luca Marx aus Brühl leitet das Spiel. Der Referee pfiff in dieser Saison bereits die rot-weissen Siege gegen die Sportfreunde Lotte (3:1) sowie den VfB Homberg (1:0).

Tobias Esch (Oberpleis) und Francisco Lahora Chulian (Bonn, 26) assistieren an den Seitenlinien.

Das Wetter:

An einem regnerischen Tag erwartet der Wetterdienst 18 bis 20 Grad bei leichter Regenwahrscheinlichkeit.

Übertragung:

Der Online-Streaminganbieter sporttotal.tv überträgt die Partie. Fans können ihren Zugang zum Preis von 9,95 Euro freischalten.

Big Points aus Lotte

Rot-Weiss Essen geht als Spitzenreiter in das spannende Saisonfinale in der Regionalliga West. Die Mannschaft um Teamchef und Sportdirektor Jörn Nowak, der nach der Trennung von Trainer Christian Neidhart für die beiden abschließenden Saisonspiele an der Seitenlinie eingesprungen ist, setzte sich am 37. Spieltag in Lotte gegen Gastgeber SV Rödinghausen 3:0 (2:0) durch und verdrängte den SC Preußen Münster vom ersten Tabellenplatz. Oguzhan Kefkir (13.) und Simon Engelmann (27.), der bereits seinen 23. Saisontreffer markierte, brachten die Rot-Weissen schon vor der Pause auf die Siegerstraße. Isaiah Young (57.) stellte in der zweiten Halbzeit den Endstand her. Der neue Ligaprimus Rot-Weiss Essen und der SC Preußen Münster, der bereits am Freitagabend beim SC Wiedenbrück nicht über ein 0:0 hinausgekommen war, sind vor der 38. und letzten Runde (Samstag, 14. Mai, 14.00 Uhr) mit jeweils 84 Zählern punktgleich. Die Essener verfügen über die um zwei Treffer bessere Tordifferenz, haben außerdem deutlich mehr Tore erzielt. RWE empfängt Rot Weiss Ahlen, Münster die U21 des 1. FC Köln.

Zwei Ecken, zwei Tore: „Ötzi“ und „Engel“ treffen
Von Beginn an entwickelte sich eine muntere Partie, jedoch mit Vorteilen für RWE. Eine erste gute Tormöglichkeit konnte Felix Bastians nicht nutzen, als er knapp am Tor vorbeizielte. Einen Distanzschuss von Thomas Eisfeld parierte SVR-Schlussmann Alexander Sebald. Wenig später war Sebald jedoch machtlos: Den anschließenden Eckball von Eisfeld stocherte Oguzhan Kefkir die Kugel aus kurzer Entfernung über die Linie – 1:0 für RWE (13.), Riesenjubel bei den mitgereisten Fans.

Auch das zweite Tor des neuen Tabellenführers resultierte aus einer Ecke. Diesmal flankte Oguzhan Kefkir und Torjäger Simon Engelmann war per Kopfball zum 2:0 zur Stelle (27.).

Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Kabinen, weil die Gastgeber nur selten wirklich gefährlich vor den RWE-Kasten kamen. Zweimal klärte RWE-Torhüter Jakob Golz vor Rödinghausens Angreifer Damjan Marceta, sonst musste er kaum einmal eingreifen. Wenn es mal gefährlich wurde, war immer rechtzeitig ein Essener Abwehrbein dazwischen.

„Isi“ Young legt nach – Jakob Golz hält 3:0 fest
Auch in der zweiten Halbzeit erwischten die Rot-Weissen den besseren Start, waren dem dritten Treffer wesentlich näher als der SV Rödinghausen dem Anschlusstor. Daran änderte sich auch nur wenig, als SVR-Trainer Carsten Rump gleich drei frische Spieler brachte.

Felix Bastians vergab noch eine große Chance, um auf 3:0 zu erhöhen, zielte jedoch deutlich zu hoch. Nur wenige Sekunden später machte es jedoch „Isi“ Young besser, setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch und netzte aus spitzem Winkel ein – 3:0 (57.).

Nach etwa einer Stunde folgten die ersten Wechsel. Luca Dürholtz ersetzte den angeschlagenen Thomas Eisfeld, Marius Kleinsorge kam für Isaiah Young. Später durfte auch Zlatko Janjic an seinem 36. Geburtstag ran, löste Simon Engelmann in der Sturmspitze ab, während Fabian Rüth in der Schlussphase noch für Niklas Tarnat kam.

Rödinghausen gab trotz des Drei-Tore-Rückstands nicht auf und bemühte sich zumindest um eine Ergebniskorrektur. Jakob Golz wehrte jedoch einen gefährlichen Distanzschuss des eingewechselten Patrick Choroba ab, ein weiterer Versuch von Angelo Langer ging vorbei. In der Schlussphase musste der RWE-Torhüter dann noch einmal sein gesamtes Können aufbieten, um mit einer Glanzparade gegen Rödinghausens „Joker“ Hamza Salman einen Gegentreffer zu verhindern. Weniger Mühe hatte er mit einem Kopfball von Patrick Kurzen.

„Volle Hütte“ beim Saisonfinale gegen Rot Weiss Ahlen
Am kommenden Samstag, 14. Mai, fällt ab 14.00 Uhr im Heimspiel gegen Rot Weiss Ahlen die Entscheidung, ob RWE Meister wird und in die 3. Liga aufsteigt. Das Stadion an der Hafenstraße wird dann bis auf den letzten Heim-Platz gefüllt sein. Die Partie knackt damit definitiv die Marke des bislang zuschauer-reichsten Spiels in dieser Saison und löst somit das Derby gegen Rot-Weiß Oberhausen im Oktober (12.500 Zuschauer) ab.

Stimmen zum Spiel

Ich bin unfassbar stolz auf die Mannschaft – wie sie umgesetzt hat, was wir uns gegen einen Top-Gegner, der zu den besten Mannschaften der Liga gehört, vorgenommen haben. Wir sind gut in die Zweikämpfe gekommen, haben Standards herausgeholt.

Genau diese Standards haben wir trainiert. Umso mehr freut es mich, dass wir so zwei Treffer erzielen.

Gegen Ahlen haben wir jetzt eine Aufgabe zu erledigen!

Jörn Nowak (Sportdirektor RWE)

Dieses Spiel war einzigartig. Wir haben gezeigt und abgerufen, was in uns steckt. Wir wussten, dass es uns Rödinghausen mit diesem Abwehrbollwerk nicht einfach machen wird. Nach den Führungstreffern entstehen mehr Räume, das haben wir gut ausgenutzt.

Zu seinem Tor: Eigentlich wollte ich auf den zweiten Pfosten gehen, habe aber gesehen, wie der Ball in den leeren Raum kommt. Dann habe ich einfach nur den Fuß rein gehalten.

Nächste Woche, an der Hafenstraße vor ausverkaufte Bühne, wird es ein einzigartiges Finale. Wir freuen uns unglaublich!

Oguzhan Kefkir (Torschütze RWE)

Wir sind kurz vor der Ziellinie, müssen den Schritt aber jetzt gehen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, sind aber manchmal auch zu passiv gewesen. Bei den Chancen von Rödinghausen hält uns Jakob gut im Spiel!

Wir sind natürlich überglücklich. Es war eine turbulente Woche. Heute haben wir ein Zeichen nach außen gesetzt, dass wir wieder da sind.

Thomas Eisfeld (Mittelfeldspieler RWE)

Mein Anspruch ist es, mit Essen mitzuhalten. Nach dem 1:0 war der Mut weg. Wir hatten keine Aggressivität im Anlaufen. Darum habe ich die Jungs in der Kabine gefragt, was das soll. Es kann nicht sein, dass wir aufhören Fußball zu spielen, nur weil 2.500 Leute im Stadion sind. Für die zweite Halbzeit kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.

Carsten Rump (Chef-Trainer SVR)