23. November 2021

Aus dem Westen des Ruhrgebiets

Nach Heimrecht-Tausch: RWE empfängt TuS Fichte Lintfort an der Hafenstraße.

Rot-Weiss Essen empfängt morgen Lintfort an der Hafenstraße.
Am morgigen Mittwoch empfängt RWE die TuS Fichte Lintfort an der Hafenstraße. (Foto: Endberg)

Eine englische Woche steht an! Nach dem 1:1-Unentschieden im Grenzland beim FC Wegberg-Beeck, erwartet Rot-Weiss Essen für die dritte Niederrheinpokalrunde TuS Fichte Lintfort im Bald-„Stadion an der Hafenstraße“ (Mittwoch, 19.30 Uhr, Tageskassen öffnen). Der kommende Gegner mit 107-jähriger Tradition belegt aktuell den vierten Platz der Landesliga Gruppe 2, lässt sich wohl nicht gern schlagen – erst zwei Niederlagen stehen nach 13 Staffelpartien zu Buche und kommt vom westlichen Rand des Ruhrgebiets. 37 Kilometer trennen die 97A von der Fichte-Platzanlage.

Ursprünglich hätte sogar Rot-Weiss Essen die Reise nach Kamp-Lintfort antreten müssen – so sehen es die Turnierregeln des Fußballverband Niederrheins vor. Wegen Umbaumaßnahmen auf dem Platz des des Turn- und Sportvereins aber, baten die Veranwortlichen um Fußballabteilungsleiter Norbert Lewing um  einen Heimrechttausch. RWE stimmte zu, jetzt erwartet die Landesliga-Kicker ein Duell an einem der traditionsreichsten Orte des Fußballruhrgebiets. Das freut besonders Fichte-Lintfort-Kapitän Leslie Rume, wie der 27-Jährige gegenüber Reviersport versichert:„An dieser Kultstätte zu spielen, ist einfach der Wahnsinn. Jeder im Ruhrgebiet kennt die Hafenstraße. Und wir dürfen da unter Flutlicht auflaufen – geil!“

Ein weiterer Name, der den rot-weissen Stadionbesuchern geläufig sein sollte, ist Florian Ortstadt. Der 32-Jährige, der auch schon für Ligakontrahent VfB Homberg und Ex-Marcel-Platzek-Verein VfL Repelen am Leder war, kommt in 12 Ligapartien auf ganze 16 Treffer. Zuletzt war er noch zweimal gegen den TSV Meerbusch 2 erfolgreich. Damit hat Ortstadt mehr als die Hälfte der Lintforter Treffer – 31 an der Zahl – beigesteuert.

Wie auch immer: Einfach dürfte es RWE Ortstadt und den Lintfortern keinesfalls machen, auch wenn Kapitän Rume bei Reviersport Bestleistung verpsricht. Die rot-weisse Gangrichtung, nicht nur für das Duell sondern auch die Wettbewerbssaison, ist schließlich klar. „Wir wollen den Pokal gewinnen“, gibt Christian Neidhart vor dem Lintfort-Match bekannt.

Das hatte der Fußballlehrer schon 2020 mit Essen geschafft. In seinem ersten Pflichtspiel an der Hafenstraße besiegte Rot-Weiss den 1. FC Kleve im Endspiel mit 3:1 und ebnete so den Weg für eine furiose DFB-Pokal-Spielzeit, die über Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen schließlich im Viertelfinale gegen Holstein Kiel endete. Klar somit: Nächstes Jahr möchte RWE nach dem Niederrheinpokal-Aus im Halbfinale (4:6 n.E. gegen den SV Straelen) wieder am nationalen Cup teilnehmen. Doch eins nach dem anderen, weiß auch Neidhart: „Wir wollen die Zuschauer mitziehen und einen souveränen Sieg einfahren.“