16. September 2025
Michael Kostka: „Mit den Fans den ersten Heimsieg feiern“
21-jähriger Rechtsverteidiger vor dem Duell mit VfL Osnabrück im Interview.

RWE-Neuzugang Michael Kostka, der sowohl die deutsche als auch die polnische Staatsbürgerschaft besitzt, ist jetzt richtig in der Saison angekommen. Der 21-jährige Rechtsverteidiger hatte verletzungsbedingt große Teile der Vorbereitung verpasst, kämpfte sich jedoch zurück und feierte zuletzt im Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg (3:1) ein sehr gutes Startelf-Debüt. Vor dem Heimspiel gegen den VfL Osnabrück stellte sich der gebürtige Hannoveraner für ein Interview mit der „kurzen fuffzehn“ zur Verfügung.
Hallo Michael! Seit Juli bist Du bei RWE und damit wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Wie sehr bist Du in Essen bereits heimisch geworden?
Michael Kostka: Ich bin von der Mannschaft sehr gut aufgenommen worden und habe mittlerweile eine Wohnung in Essen-Rüttenscheid bezogen. Ich fühle mich hier sehr wohl.
Mit welchen Eindrücken bist Du von Polen nach Deutschland zurückgekehrt?
Ich konnte mich sowohl menschlich als auch fußballerisch sehr gut weiterentwickeln. Deshalb blicke ich durchweg positiv auf diese Zeit zurück.
Zweimal standest Du in der Ekstraklasa, der höchsten polnischen Spielklasse, auch dem deutschen Weltmeister Lukas Podolski gegenüber. Welche Erinnerungen hast Du an die Duelle?
Ich war ein kleiner Junge, als Lukas Podolski mit Deutschland Weltmeister wurde. Plötzlich stand ich neben ihm, was für mich etwas ganz Besonderes war. Er ist eine große Persönlichkeit, sein Torabschluss ist immer noch sensationell. Ich konnte mich ganz gut behaupten und es hat Spaß gemacht, gegen ihn zu spielen.
In Deiner Jugend wurdest Du bei RB Leipzig ausgebildet, hast bei den Profis auch einige Einheiten unter Trainer Domenico Tedesco absolviert. Wie sehr hast Du damals bereits von einer Bundesliga-Karriere geträumt?
Wenn man bei einem so ambitionierten Verein mit den Profis mittrainieren darf, ist man schon ein wenig näher dran. Klar, dass dann auch das Kopfkino anfängt. Natürlich hatte ich den Traum, dort Profi zu werden. Aber man muss auch realistisch bleiben. Die Einheiten unter Domenico Tedesco haben mir auf jeden Fall viel gebracht und waren eine lehrreiche Erfahrung.
Nach starken Auftritten zu Beginn der Vorbereitung hast Du das Trainingslager und auch den Saisonauftakt verletzungsbedingt verpasst. Wie schlimm war es für Dich, nicht eingreifen zu können?
Als Neuzugang ist es immer suboptimal, wenn man Teile der Vorbereitung nicht mitmachen kann. Unsere Physio-Abteilung und der komplette Trainerstab haben mir während dieser Zeit aber immer ein gutes Gefühl gegeben, sodass ich mich voll auf meine Genesung konzentrieren konnte.
Trainer Uwe Koschinat hat in dieser Spielzeit bereits mit Dreier- und Viererkette in der Abwehr gespielt. In welchem System fühlst Du Dich wohler? Wo kommen Deine Stärken besser zur Geltung?
Das ist mir nicht so wichtig, weil das System eher von der Ausrichtung des Gegners abhängig ist. Ich bin ein Spieler mit hohem Offensivdrang, kann sowohl in einer Dreierkette als Schienenspieler aber auch als Rechtsverteidiger in einer Viererkette spielen, wie es zuletzt in Regensburg der Fall war.
Bei Deiner Vorstellung hast Du den RWE-Fans versprochen, dass sie sich bei Dir auf ganz viel Leidenschaft freuen können. Wie heiß warst Du auf Deinen ersten Startelf-Einsatz?
Ich habe mich nach meiner Verletzung zurückgekämpft und habe mich sehr gefreut, dass ich in Regensburg mein Startelf-Debüt geben konnte. Viel wichtiger war aber, dass wir die Partie für uns entschieden haben. Jetzt wollen wir zu Hause nachlegen.
Rot-Weiss Essen ist Deine erste Profistation im deutschen Fußball. Wie würdest Du Deine bisherigen Eindrücke beschreiben?
Rot-Weiss Essen ist ein Traditionsverein mit großer Strahlkraft und sehr geilen Fans. Die 3. Liga ist extrem ausgeglichen, sodass man in jedem Spiel alles investieren muss, um einen Dreier zu landen.
Mit welcher persönlichen Zielsetzung bist Du nach Essen gewechselt?
Ich will mich hier weiterentwickeln und bei Rot-Weiss Essen den nächsten Schritt in meiner Karriere machen.
Wie sehr magst Du englische Wochen?
Ich mag englische Wochen, weil es mir hilft, im Rhythmus zu bleiben. Wir haben einen extrem breiten Kader und können mit der Doppelbelastung sehr gut umgehen.
Am Mittwoch stellt sich der VfL Osnabrück unter Flutlicht an der Hafenstraße vor. Wie schätzt Du den Gegner ein?
Es wird kein leichtes Spiel. Der VfL hat einen guten Saisonstart hingelegt und wird uns mit Sicherheit alles abverlangen. Wir müssen alles in die Waagschale werfen, wollen möglichst mit den Fans unseren ersten Heimsieg in dieser Saison in der 3. Liga feiern.


