4. Dezember 2025

Ehrenrat schlägt Herbert Weinberg zum Ehrenmitglied vor

Der 86-Jährige wird Thema auf der Mitgliederversammlung am 9. Dezember sein. Der frühere Offensivspieler war von 1961 bis 1973 für RWE im Einsatz.

Ehrenrat schlägt Herbert Weinberg zum Ehrenmitglied vor – Rot-Weiss Essen
Herbert Weinberg spielte für RWE 81 Mal in der Bundesliga. (Foto: RWE)

Im Rahmen der RWE-Mitgliederversammlung am 9. Dezember 2025 wird Herbert Weinberg vom Ehrenrat zum Ehrenmitglied vorgeschlagen. Der heute 86-Jährige erzielte 41 Tore für die Rot-Weissen und feierte mit dem Verein die Aufstiege in die Bundesliga 1966 und 1969. Der gebürtige Essener absolvierte 81 Spiele für den RWE in der Bundesliga.

Als Rechtsaußen war Herbert Weinberg auf Grund seines enormen Arbeitspensums ein Vorbild für die Mitspieler. Der Mannschaftskapitän überzeugte zugleich mit seiner Dribbelkunst und Schnelligkeit“, charakterisiert ihn das RWE-Buch „An der Hafenstraße RWE“. Sein Mannschaftskollege Werner Kik ergänzte in einem Interview: „Er ist nämlich immer auf `Teufel komm raus´ für die Mannschaft gerannt und marschiert.“

Beim BV Altenessen 06 begann Herbert Weinberg seine Fußballkarriere, durchlief alle Jugendklassen und spielte im Seniorenbereich in der Bezirksklasse. Günther Grothkopp entdeckte während seiner Zeit als Trainer der Niederrhein-Auswahl das Stürmertalent aus dem Essener Norden. Er nahm, nun als Trainer von Hannover 96, den 20-jährigen Herbert Weinberg zur Saison 1959/60 für die Niedersachsen unter Vertrag.

Eine Verletzungsunterbrechung nutzte der Essener Vollblutstürmer für einen Heimaturlaub und vereinbarte einen Trainingsbesuch an der Hafenstraße. Doch hinter dem „Mal gucken, wie ihr trainiert“ steckte eigentlich ein: „Ich wollte immer nach Hause zurück“, wie Herbert Weinberg offen bekennt. Und nach einem Testspiel zwischen Hannover 96 und Westfalia Herne unter den Augen von RWE-Scouts war sein Wechsel zurück nach Hause und an die Hafenstraße perfekt. Hier schnürte der pfeilschnelle Stürmer die nächsten zwölf Jahre bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn 1973 die Fußballschuhe.

Herbert Weinberg durchlebte und durchlitt zwischen 1966 und 1972 insgesamt vier Aufstiegsrunden, davon zwei Mal mit Erfolg. Nach dem ersten Bundesligaaufstieg 1966 schoss der eigentliche Ideengeber und Torvorbereiter am 24. August 1966 zur Bundesligaheimpremiere sein erstes Bundesligator beim 4:1-Sieg gegen Schalke 04. Insgesamt bestritt Herbert Weinberg 306 Pflichtspiele für Rot-Weiss Essen, in denen er 51 Tore erzielte.

Eine schwere Verletzung beendete dann seine Karriere. Im Januar 1973 war Herbert Weinberg bei einem Trainingsspiel in der Turnhalle des Georg-Melches-Stadions von einem Mitspieler gefoult worden und mit seinem Kopf fast völlig ungebremst gegen die Betonwand geprallt. Die Folge waren ein Schädelbasisbruch sowie mehrere Verstauchungen an Armen und Schulter. Er lag vier Wochen im Krankenhaus, davon eine Woche auf der Intensivstation.

Nach der dadurch verursachten Sportinvalidität vermittelte ihm der ehemalige RWE-Präsident Dr. Georg von Wick einen Arbeitsplatz als Kassierer bei einer Bank, bei der er bis zur Pensionierung 26 Jahre blieb.

Herbert Weinberg (86) ist heute noch mit seiner Ehefrau Erika – die beiden sind fast seit fast sieben Jahrzehnten ein Paar – regelmäßig zu Gast im Stadion an der Hafenstraße. Und die Weinbergs sind dankbar, welchen Weg sie durch den Fußball gehen konnten: „Wir kommen beide aus einfachen Verhältnissen. Hätte ich damals kein Fußball gespielt, dann würde es mir heute nicht so gut gehen. Außerdem empfand ich es immer als positiv, mich mit den besten Spielern Deutschlands messen zu können.“

Nun wird Herbert Weinberg im Rahmen der RWE-Mitgliederversammlung 2025 vom Ehrenrat zum Ehrenmitglied vorgeschlagen.

Ehrenrat schlägt Herbert Weinberg zum Ehrenmitglied vor – Rot-Weiss Essen
Herbert Weinberg (rechts) im Jahr 1966 im Einsatz für Rot-Weiss Essen. (Foto: RWE)
Ehrenrat schlägt Herbert Weinberg zum Ehrenmitglied vor – Rot-Weiss Essen