4. Dezember 2025

Gianluca Swajkowski: „Will für jede Spielminute bereit sein“

20-jähriger Mittelfeldspieler vor Heimspiel gegen VfB Stuttgart II im „kurze fuffzehn“-Interview.

Gianluca Swajkowski: "Will für jede Spielminute bereit sein" – Rot-Weiss Essen
Vor 348 Tagen: Erster Drittliga-Einsatz und Debüt-Tor für Gianluca Swajkowski in Rot und Weiss. (Foto: Endberg)

An das bislang letzte Heimspiel von Rot-Weiss Essen gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart hat vor allem ein Spieler aus dem Kader von Trainer Uwe Koschinat sehr gute Erinnerungen: Gianluca Swajkowski. Der inzwischen 20-Jährige hatte am 21. Dezember 2024 bei seinem ersten Drittliga-Einsatz den Treffer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung (Endstand: 2:2) erzielt. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht das Eigengewächs über diesen Moment und das bevorstehende Duell.

Hallo Gianluca! Fast genau ein Jahr ist es nun her, dass Du im bislang letzten Heimspiel gegen den VfB-Nachwuchs getroffen hast. Wird vor dem erneuten Duell die Erinnerung wieder präsenter?

Gianluca Swajkowski: Absolut. Es ist generell ein Ereignis, das man nicht so schnell vergisst. In dieser Woche wurde die Erinnerung dann noch einmal etwas häufiger ins Gedächtnis gerufen. Es war im Prinzip ein Debüt, wie man es sich vorher nur wünschen kann. Nur das 2:2 war als Ergebnis nicht perfekt.

Warst Du vor Deinem ersten Drittliga-Einsatz nervös?

Es ging alles sehr schnell. Zwischen dem Zeichen, dass ich zur Bank kommen soll, und meiner Einwechslung lagen nur wenige Augenblicke. Da war nicht viel Zeit, um sich Gedanken zu machen und nervös zu sein. Meine ersten Pflichtspielminuten hatte ich zuvor ja auch schon im DFB-Pokal gegen RB Leipzig und im Niederrheinpokal absolviert. Das Gefühl, mit dem Team auf dem Feld zu stehen, kannte ich also schon. Gegen Stuttgart war ich nach ein, zwei Aktionen auch direkt gut drin.

Wie hast Du den Moment Deines Treffers erlebt?

Es war ein absoluter Traum, dass mein Linksschuss ins Tor gegangen ist. Mein starker Fuß ist eigentlich der rechte. Normalerweise komme ich als defensiver Mittelfeldspieler ja auch nicht so oft in die Situation, auf das Tor zu schießen. Leonardo Vonic hatte sich über die linke Seite durchgesetzt und ich war im Zentrum nachgegangen. Ich stand im Rückraum frei und habe auch den Ball gefordert. Als der Ball im Tor landete, war es ein super schöner Moment. Für meinen Premierentreffer ist auch ein kleiner Betrag in die Mannschaftskasse gewandert. Da nach dem Spiel Winterpause war, kam ich noch ganz gut weg. (lacht)

Wie fielen die Reaktionen nach der Partie aus?

Mein gesamtes Umfeld hat sich sehr mit mir gefreut. Auch viele Bekannte und ehemalige Weggefährten hatten sich bei mir gemeldet und mich beglückwünscht. Es war ein schönes Gefühl, dass in dem Moment an mich gedacht wurde.

Ende Februar gab es mit einem Außenbandriss einen Rückschlag. Wie bist Du damit umgegangen?

Im Nachwuchsbereich war ich mal mit einem Innenbandanriss im Knie für zwei Monate ausgefallen, sonst konnte ich Verletzungen bislang gut aus dem Weg gehen. Der Zeitpunkt meines Ausfalls war ärgerlich. Kurz nach der Winterpause wurde ich zweimal eingewechselt. Ich hatte mich gut gefühlt und auch für uns als Team lief es erfolgreich. Ich kann aber sagen, dass ich mich gut zurückgekämpft habe. Die Pause habe ich körperlich und auch fußballerisch aufgeholt. Die Verletzung war ein Schritt zurück, danach habe ich aber wieder zwei Schritte nach vorne gemacht.

Du gehörst seit Sommer 2024 zum Profikader. Welche Weiterentwicklung hast Du bei Dir festgestellt?

Ich habe das deutlich schnellere Spiel-Tempo verinnerlicht. Dadurch treffe ich auf dem Platz bessere Entscheidungen. Auch körperlich war es für mich eine Umstellung. Die Duelle sind noch deutlich intensiver und anspruchsvoller. Jedes Training hat mir dabei geholfen, mich auch fußballerisch weiterzuentwickeln.

Wie würdest Du selbst Deine Stärken beschreiben?

Ich würde sagen, dass mich meine Spielintelligenz auszeichnet. Dadurch kann ich die Räume auf dem Platz gut deuten und nutzen. Auch mein Passspiel gehört zu meinen Stärken.

Die Konkurrenz ist auf Deiner Position sehr groß. Wie bewertest Du Deine Situation?

Mir ist bewusst, dass ich mich hinter unseren etablierten Spielern im zentralen Mittelfeld anstellen muss. Dass ändert aber nichts daran, dass ich ambitioniert bin. Ich will für jede Spielminute bereit sein und jeden meiner Einsätze nutzen. Ich spüre die nötige Rückendeckung und kann mir bei den erfahrenen Spielern noch das eine oder andere abschauen. Klaus Gjasula ist zum Beispiel sehr zweikampfstark und strahlt eine große Ruhe am Ball aus. Tom Moustier und Torben Müsel sind fußballerisch stark und gehen in jedem Spiel eine hohe Intensität. Dahin will ich auch kommen.

Wie schätzt Du die U21 des VfB Stuttgart vor dem erneuten Duell ein?

Wie man es von zweiten Mannschaften kennt, hat auch der VfB viele Spieler, die einfach gerne zocken wollen. Wir müssen uns auf einen fußballerisch starken Gegner mit guten Einzelspielern einstellen, die gut kontern können.

Was wird für Euch wichtig sein?

Es gilt, unsere größere Erfahrung auszuspielen. Wir haben das Stadion an der Hafenstraße im Rücken. Über unsere Spielweise wollen wir die Atmosphäre mitnehmen. Im letzten Heimspiel gegen Energie Cottbus konnten wir uns trotz einer guten Leistung nicht mit Punkten belohnen. Umso mehr ist das nun gegen den VfB das Ziel. Dafür müssen wir defensiv stabil stehen.

Gianluca Swajkowski: "Will für jede Spielminute bereit sein" – Rot-Weiss Essen
Gianluca Swajkowski: "Will für jede Spielminute bereit sein" – Rot-Weiss Essen