8. Mai 2026
SSV Ulm 1846 Fußball: Auf den Durchmarsch folgt der Doppelabstieg
Murat Isik wird neuer Sportdirektor beim künftigen Regionalligisten SSV Ulm 1846 Fußball.

Der SSV Ulm 1846 Fußball – am Samstag, 16. Mai, ab 13.30 Uhr im Rahmen des 38. und damit letzten Spieltages Gastgeber von Rot-Weiss Essen im Donaustadion – hat unfreiwillig für eine Premiere seit der Einführung der 3. Liga in ihrer jetzigen Form gesorgt. Die „Spatzen“ sind der erste Klub, der nach einem direkten Durchmarsch von der vierthöchsten Spielklasse bis in die 2. Bundesliga danach unmittelbar den Weg zurück antreten muss.
Noch am Ende der Spielzeit 2023/2024 konnte der SSV Ulm 1846 Fußball mit 77 Zählern nur ein Jahr nach dem Titelgewinn in der Regionalliga Südwest als Drittligameister den nächsten Aufstieg feiern. Damit ist der ehemalige Bundesligist einer von sechs Vereinen, dem das gelungen ist. Umgekehrt sind die Ulmer nun aber auch das sechste Team, das innerhalb von zwölf Monaten von der 2. Bundesliga bis in die Regionalliga abrutscht.
Seit dem 0:2 gegen den FC Viktoria Köln im zurückliegenden Heimspiel kann der SSV den Abstieg auch theoretisch nicht mehr verhindern. Vor Drittliga-Rekordtrainer Pavel Dotchev, der seit Mitte November im Amt ist, hatten sich mit Robert Lechleiter (März bis September 2025) und Moritz Glasbrenner (September bis November 2025) bereits zwei andere Chefcoaches in dieser Saison an der Aufgabe versucht. Auch bei den Geschäftsführern gab es mit Markus Thiele (bis November 2025, inzwischen 1. FC Saarbrücken) und Stephan Schwarz (Dezember 2025 bis März 2026) zwei verschiedene Verantwortliche.
„Es ist in der Situation schwer, auf das Spiel einzugehen“, sagte Torhüter Christian Ortag, der mit den Ulmern den kompletten Weg von der Regionalliga Südwest bis in die 2. Bundesliga und jetzt auch zurück erlebt hat, nach der Partie gegen die Viktoria. „Insgesamt sind wir mit acht Punkten Rückstand in das Spiel gegangen. Dass man da nicht vor Selbstvertrauen strotzt, ist auch klar. Am Ende sind es die Dinge, die uns schon während der gesamten Saison begleiten. Wir hatten in den letzten Wochen immer mal wieder ein Aufbäumen gezeigt, aber das ist leider immer zu kurz geraten. Wir hätten eine Serie gebraucht. Es tut unfassbar weh, wenn dieser Moment da ist.“
Zumindest die sportliche Führung für die kommende Saison in der Regionalliga Südwest steht nun beim SSV Ulm 1846 inzwischen fest. Murat Isik (aktuell Trainer bei der TSG Balingen Fußball, Absteiger aus der Regionalliga Südwest) nimmt offiziell zum 18. Mai seine Arbeit als Sportdirektor auf, ist aber schon jetzt im Hintergrund bei allen entscheidenden Prozessen mitverantwortlich. Vor seinem Engagement in Balingen war 50-Jährige viele Jahre als Trainer im Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart tätig.
„Hinter uns liegt ein sehr ausführlicher und strukturierter Auswahlprozess“, erklärt Ulms Vorstandsvorsitzender Dominik Schwärzel. „Zunächst haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie soll unser Klub in Zukunft sportlich und strukturell ausgerichtet werden, anschließend haben wir die passenden Personen dafür gesucht. Nach sehr vielen Gesprächen sind wir davon überzeugt, dass wir mit Murat Isik einen Sportdirektor gefunden haben, der hervorragend zu unserem Weg passt. Er kennt die Regionalliga Südwest und ist bestens vernetzt. Außerdem bringt er eine Menge Führungserfahrung mit.“
Murat Isik selbst meint: „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe beim SSV Ulm 1846 Fußball. Die Gespräche mit den handelnden Personen waren auf Augenhöhe und ich sehe beim SSV die große Chance, wirklich etwas aufzubauen – nicht nur kurzfristig, sondern mit
einer klaren Identität, was den sportlichen Bereich angeht, von den Profis bis hin zum NLZ. Ulm hat Wucht, Tradition und enormes Potenzial, das möchten wir gemeinsam ausschöpfen.“
Mit Defensivspieler Luca Bazzoli und Angreifer Dominik Martinovic stehen zwei Spieler im aktuellen SSV-Kader, die in dieser Saison auch schon für RWE am Ball waren. Bazzoli wurde im Winter an die „Spatzen“ ausgeliehen und ist seitdem unumstrittener Stammspieler. Nach aktuellem Stand wird er im Sommer nach Essen zurückkehren. Martinovic, der zum Ende der Sommer-Transferperiode nach Ulm gewechselt war, hatte großes Pech und zog sich gleich bei seinem Ligadebüt einen Kreuzbandriss zu. Seitdem kam er nicht mehr zum Einsatz.


