RWE-Vorstand Marc-Nicolai Pfeifer blickt im „kurze fuffzehn“-Vorwort aufs Heimspiel gegen den FC Viktoria Köln.
RWE-Vorstand Marc-Nicolai Pfeifer freut sich auf das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II. (Foto: Markus Endberg)
Liebe RWE-Fans, Mitglieder und Gäste!
Beim letzten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II durften wir einen besonderen Moment erleben, der uns als Verein mit Stolz und Begeisterung erfüllt: Die Georg-Melches-Medaille, unsere höchste Auszeichnung für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement, wurde an unseren langjährigen Klubfotografen Markus Endberg verliehen.
Seit Jahrzehnten hält Markus mit seiner Kamera fest, was Rot-Weiss Essen ausmacht – Emotion, Begeisterung, Leidenschaft und Zusammenhalt. Seine Bilder erzählen unsere Geschichte, sie zeigen Menschen, Momente und Emotionen, die uns verbinden.
Lieber Markus, herzlichen Dank für Deinen herausragenden Einsatz, Deine Treue und Deine Leidenschaft – Du bist ein wichtiger Teil der RWE-Familie.
Unmittelbar nach diesem freudigen Anlass hat uns jedoch eine traurige Nachricht erreicht: Robert Reichert, ehemaliger Spieler und Aufstiegsheld der Saison 1992/93, ist im Alter von nur 57 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Robert stand für Kampfgeist, Ehrlichkeit und Charakter – Werte, die bis heute zu unserem Verein gehören.
Wir verlieren mit ihm einen großartigen Sportler, einen geschätzten Mitmenschen und eine starke Persönlichkeit, die RWE über viele Jahre geprägt hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.
Gleichzeitig wächst unser Verein weiter: Mit nunmehr 14.000 Mitgliedern haben wir einen weiteren Meilenstein erreicht und die Zahl unserer Mitglieder innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Diese Entwicklung zeigt, wie stark die Bindung an unseren Verein ist und wie sehr Rot-Weiss Essen Menschen begeistert.
Jedes einzelne Mitglied trägt dazu bei, dass unser Verein lebt und wächst – dafür ein großes Dankeschön an alle, die mit Herz, Stimme und Überzeugung RWE unterstützen. Ihr seid das Fundament unserer gemeinsamen Zukunft!
Sportlich richtet sich der Blick heute auf das Heimspiel gegen den FC Viktoria Köln – ein anspruchsvoller Gegner, der uns alles abverlangen wird. Nach dem vermeidbaren Pokalaus in Oberhausen, das uns alle geärgert hat, wollen wir auf dem Platz eine klare Reaktion zeigen. Wir haben die Verantwortung, im Hier und Jetzt mit voller Konzentration, Einsatz und Zusammenhalt zu agieren – und genau das wird die Mannschaft tun.
Gleichzeitig wissen wir: Nach dem Spiel ist vor dem Derby. Das bevorstehende Revierduell beim MSV Duisburg ist ohne Frage ein Highlight, auf das viele hinfiebern. Doch für uns gilt: Der Fokus bleibt heute auf dem Spiel gegen Köln. Nur wenn wir Schritt für Schritt konzentriert weiterarbeiten, können wir unsere sportlichen Ziele erreichen.
Ich bedanke mich bei allen, die heute den Weg zur Hafenstraße gefunden haben – für Ihre und Eure Treue, Begeisterung und Unterstützung.
Lasst uns gemeinsam zeigen, was es heißt, Teil der RWE-Familie zu sein – mit Stolz, Zusammenhalt und der Leidenschaft, die unseren Verein so besonders macht.
RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat vor Heimspiel gegen FC Viktoria Köln.
Will mit RWE den dritten Heimsieg in Folge: Trainer Uwe Koschinat. (Foto: Markus Endberg)
Eine Woche nach der Enttäuschung im Niederrheinpokal bei Rot-Weiß Oberhausen (2:3) ist der Blick bei Rot-Weiss Essen wieder nach vorne gerichtet. Die volle Konzentration gilt jetzt dem Abschneiden in der 3. Liga. Dort ist an diesem Samstag, 18. Oktober, zur ungewohnten Anstoßzeit um 16.30 Uhr gegen den FC Viktoria Köln der dritte Heimsieg nacheinander möglich. Ebenso wie gegen den FC Hansa Rostock (3:0) und die TSG Hoffenheim II (3:1) sollen auch gegen die Gäste aus der Domstadt die drei Punkte im Stadion an der Hafenstraße bleiben. Vor dem NRW-Duell führte die „kurze fuffzehn“ mit RWE-Cheftrainer Uwe Koschinat, der in Köln heimisch ist, folgendes Interview.
Hallo Uwe! Wie schwierig war es, das Pokal-Aus in Oberhausen wegzustecken? Uwe Koschinat: Ein solches Negativerlebnis kann man nicht einfach abschütteln, das macht etwas mit einem. Wir wollten erneut den Pokal gewinnen, uns wieder für den DFB-Pokal qualifizieren und uns und unseren Fans dadurch die Möglichkeit verschaffen, wieder einen solchen Höhepunkt wie in dieser Saison gegen den BVB zu erleben. Entsprechend groß war die Enttäuschung über das Ergebnis, aber auch über die gezeigte Leistung.
Welche Erkenntnisse hat die Analyse des Spiels gebracht? Wir waren in der Anfangsphase drückend überlegen, sind auch früh in Führung gegangen, haben es dann aber versäumt, mehr Kapital aus unserer Dominanz zu schlagen. Dann haben wir durch eigene Fehler Oberhausen zurück ins Spiel geholt. Keine Frage: Wir sind auf einen gut besetzten Regionalligisten getroffen, der immer in der Lage ist, auch einem höherklassigen Gegner Paroli zu bieten und ihn auch zu besiegen. Dennoch haben wir dazu entscheidend beigetragen. Aus dem Spiel heraus drei Gegentore zu kassieren, darf in einer so wichtigen Begegnung nicht passieren. Unter dem Strich war die Partie ein Spiegelbild unserer bisherigen Saison: Zu häufig wechselhaft, zu selten konstant.
Selbst während der herausragenden Rückserie der Vorsaison gab es einige Rückschläge! Das stimmt. Gefühlt waren die Ausschläge aber nicht so groß und kamen auch nicht so schnell nacheinander. Wir sind immer direkt zurückgekommen und haben dann zumindest über mehrere Wochen wieder in die Spur gefunden. Sonst wäre eine solche Ausbeute auch niemals möglich gewesen. Da müssen wir wieder hinkommen.
Erwartest Du nach dem Oberhausen-Spiel auch jetzt wieder eine Reaktion der Mannschaft? Um ganz ehrlich zu sein, wäre es mir wesentlich lieber, wenn wir nicht immer wieder auf ein vorheriges Spiel reagieren müssten. Denn das bedeutet ja, dass etwas nicht gepasst hat. Im Fokus muss stehen, dass wir unsere bestmögliche Leistung auf den Platz bringen – im besten Fall natürlich in jeder Partie.
Was sind die wichtigsten Hebel, um wieder dauerhaft die Kurve zu bekommen? Der erste Schritt muss sein, die Anzahl unserer Gegentore wieder deutlich zu verringern. Wenn man im Schnitt in jedem Spiel drei Treffer erzielen muss, um zu gewinnen, dann wird das zwangsläufig nicht jede Woche gelingen. Wir mussten beispielsweise zahlreiche abgefälschte Gegentore und Strafstöße hinnehmen, was oft auch mit unserem Fehlverhalten, einer gewissen Sorglosigkeit oder Passivität zu tun hatte. Dafür wurden wir dann oft betraft. Das müssen wir dringend abstellen. Nur dann werden sich unsere Fortschritte und unsere ordentliche Performance in der Offensive auch in den Ergebnissen noch mehr bemerkbar machen. Wir gehören zu den Teams mit den häufigsten Torschüssen in der Liga. In diesem Teilbereich geht es dann darum, möglichst noch effektiver zu werden.
Welche Rolle spielt der Kopf? Klar ist, dass im Moment nicht alles so leicht von der Hand geht. Wir alle haben die Messlatte in der Rückserie extrem hoch gelegt. Entsprechend hoch sind die Erwartungshaltung und der Anspruch, den die Spieler auch an sich selbst haben. Einige sind jetzt in der Realität angekommen. Ich muss aber auch sagen, dass es nichts mit der grundsätzlichen Einstellung zu tun hat. Charakter und Mentalität des Teams sind einwandfrei.
Den nächsten Gegner FC Viktoria Köln kennst Du sehr gut, zumal Deine Familie dort lebt und Du viele Jahre für den Lokalrivalen Fortuna Köln gearbeitet hast. Wie schätzt Du den Gegner ein, der sich seit vielen Jahren in der 3. Liga gut behauptet? Ich habe großen Respekt vor dem, was bei der Viktoria geleistet wird. Die Zeiten, in denen sich der Verein den Erfolg unbedingt erkaufen wollte, sind schon lange vorbei. Es gab einen extremen Paradigmenwechsel. Jetzt steht die Viktoria dafür, Spieler zu fördern und zu entwickeln – entweder aus dem eigenen Nachwuchs oder als zweite Chance für Jungs, die bei anderen Klubs nicht so gut zurechtgekommen waren. Das machen sie herausragend, profitieren dabei sicherlich auch von ihrem eher ruhigen Umfeld. Dass der vorherige Co-Trainer Marian Wilhelm die Nachfolge des langjährigen Cheftrainers Olaf Janßen angetreten hat und die Arbeit scheinbar nahtlos fortsetzt, spricht ebenfalls für den Verein.
Wo siehst Du die besonderen Qualitäten des Teams? Die Viktoria ist oft in der Lage, sich mit vielen kurzen Pässen aus der Abwehr heraus zu kombinieren. Torhüter Dudu ist da fast wie ein zusätzlicher Feldspieler. Wenn es sein muss, sind sie sich aber auch nicht zu schade, mal lange Bälle zu schlagen, und haben in der Offensive vor allem mit Lex-Tyger Lobinger, aber auch David Otto wirkungsvolle Zielspieler, die jederzeit für Torgefahr sorgen können. Da müssen wir hellwach sein.
Was nehmt Ihr Euch vor? Es ist selbstverständlich unser klares Ziel, das Heimspiel zu gewinnen und die Viktoria in der Tabelle zu überholen. Aber dafür benötigen wir eine Top-Leistung.
28-jähriger Angreifer vor dem Heimspiel gegen FC Viktoria Köln im Interview.
Stürmt seit Sommer für RWE: Marek Janssen (Foto: Markus Endberg)
Alle 190 Minuten ein Treffer: Das ist die Drittliga-Bilanz von Angreifer Marek Janssen. Nach 15 Einsätzen (drei Tore) in der 3. Liga für den SV Meppen trägt der Angreifer seit seinem Wechsel im Sommer vom aktuellen Nord-Regionalligisten an die Hafenstraße das Trikot von Rot-Weiss Essen. Dort stehen bislang vier Punktspieleinsätze und ein Tor zu Buche. Im Interview mit der „kurzen fuffzehn“ spricht der 28-Jährige über seinen Schritt zu RWE und seine Laufbahn, die ihn von der Bezirksliga bis in die dritthöchste Spielklasse geführt hat.
Hallo Marek! Bereits im letzten Winter hattest Du den Rot-Weissen für die neue Saison Deine Zusage gegeben, als der Klub noch auf einem Abstiegsplatz stand. Warum warst Du dennoch von dem Schritt überzeugt? Marek Janssen: Ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass die Mannschaft die Klasse halten wird. Als Traditionsverein hat RWE eine große Anziehungskraft und es hat mich sehr gereizt, in der 3. Liga zu spielen. Ich hätte dem Team gerne schon direkt geholfen.
Wie bist Du damit umgegangen, dass der Wechsel nicht unmittelbar stattfinden konnte? Ich habe akzeptiert, dass der SV Meppen nicht bereit war, mich sofort gehen zu lassen. Ich hatte mich zuvor als Spieler ja auch für den SVM entschieden. Daher war es für mich in Ordnung, dass ich den Vertrag erfülle. Rund um den Verein fanden es die Leute schon schade, dass ich die Mannschaft verlasse. Alle, mit denen ich gesprochen hatte, konnten meinen Weg aber verstehen. Im Alter von 28 Jahren bekommt man nicht mehr allzu viele Chancen, in der 3. Liga zu spielen.
Wie hattest Du Dich damals über die Mannschaft auf dem Laufenden gehalten? Ich habe mir so viele Partien wie möglich angeschaut. Wenn wir mit dem SV Meppen nicht gerade selbst gespielt haben, war ich bei fast allen Heimspielen dabei. Auch bei den Auswärtspartien bei Arminia Bielefeld, bei Viktoria Köln und beim SV Sandhausen war ich vor Ort. Dabei habe ich schon erlebt, was für eine große Wucht unsere Fans entwickeln können. Dass nun auch als Spieler zu erleben, ist eine super Sache.
Nach sechs Monaten Wartezeit: Wie gut fühlst Du Dich in Essen angekommen? Das Team hat mich super aufgenommen. Durch die lange Zeit bis zu meinem Wechsel konnte ich mich mit meiner Freundin Leonie auch in Ruhe um eine Wohnung kümmern. Das hat die Eingewöhnung noch mehr erleichtert. Bis zum Training bin ich nur circa acht Minuten unterwegs.
Vor sechs Jahren warst Du noch in der Landesliga am Ball. Was waren für Dich die größten Umstellungen? Die Schnelligkeit – sowohl physisch als auch mental. In jeder Spielklasse gab es noch einmal eine Steigerung, obwohl man sich das zunächst nur schwer vorstellen konnte. Genauso war es dann auch in den Testspielen vor dieser Saison gegen Vereine aus der Bundesliga und der 2. Bundesliga. Als physisch starker Strafraumstürmer sind die Auswirkungen für mich nicht ganz so groß.
Gab es für Dich einen Schlüsselmoment, an dem Du gemerkt hast: Ich kann es bis in den Profifußball schaffen? An sich nicht. Ich hatte aber immer die Überzeugung, dass ich in jeder Liga meine Tore machen kann. Wenn ich das Vertrauen des Trainers bekommen habe, dann habe ich bei jedem meiner Vereine als Stürmer funktioniert. Im Nachwuchsbereich hatte ich ein Angebot aus der A-Junioren-Bundesliga. Da für meine Eltern und mich meine Ausbildung im Fokus stand, hatten wir uns dagegen entschieden. So habe ich mein erstes Herrenjahr im Fußball noch in der Bezirksliga bestritten. Mich durch die Spielklassen nach oben zu arbeiten, hat mich gelehrt, niemals aufzugeben.
Was würdest Du nun beruflich machen, wenn Du jetzt nicht Fußballer wärst? Ich habe die Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen und auch vier Jahre in dem Bereich gearbeitet. Außerdem habe ich zwei Jahre lang Wirtschaft und Sport auf Lehramt studiert. Durch meinen Wechsel nach Meppen habe ich das Studium pausiert. Vermutlich wäre ich sonst jetzt in meinem Master-Studiengang. Ich könnte mir auch für die Zeit nach meiner Karriere vorstellen, als Lehrer zu arbeiten – dann allerdings als Quereinsteiger. Ich hatte bereits einige Vertretungsstunden geleitet. Das hat mir Spaß gemacht.
Für den SV Meppen hast Du in 81 Pflichtspielen 38 Treffer erzielt. Wo siehst Du selbst Deine Stärken? Mit meiner Größe Bälle festzumachen, zähle ich bei meiner Statur zum Grundrepertoire eines Stürmers. Mein Instinkt im Strafraum ist wohl meine größte Stärke. Ich habe ein gutes Gespür dafür, wohin der Ball kommt, und kann mich entsprechend positionieren. Mit meinen Trainern hatte ich häufiger das eine oder andere Gespräch darüber, weil das nicht immer der taktischen Idee entsprochen hat. (lacht)
Der Konkurrenzkampf bei RWE ist mit Jannik Mause oder auch Jaka Cuber Potocnik groß. Wie gehst Du mit der Situation um? Ich will mich in jedem Training so gut wie möglich anbieten, alle Eindrücke aufsaugen, um mich zu verbessern und so für meine Chance bereit sein. Ich denke, ich habe das zum Beispiel im Spiel beim TSV Havelse nicht so schlecht gemacht. Meine Verletzung aus der Partie war glücklicherweise nicht so schlimm, wie es zunächst befürchtet wurde. Daher konnte ich das auch schnell abhaken.
Für Euch als Team gab es mit dem Aus im Niederrheinpokal einen Rückschlag. Wie hast Du das Spiel in Oberhausen erlebt? Die ersten 20 Minuten liefen super für uns und genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dann hat RWO allerdings bemerkt, dass gegen uns etwas möglich ist, weil wir den Deckel noch nicht draufgemacht hatten. In einem solchen Pokalspiel wächst der Gegner dann schon mal über sich hinaus und erzielt Tore, die sonst nicht so fallen. Hinzu kam dann beim Gegner noch ein Torhüter, der einen super Tag erwischt hat. Die Niederlage wäre auf jeden Fall vermeidbar gewesen, wenn man sich unsere Anfangsphase und unsere verpassten Torchancen anschaut. Das macht das Aus so bitter.
Nun geht es für Euch gegen den FC Viktoria Köln weiter. Worauf wird es für Euch ankommen? Viktoria Köln spielt trotz vieler Umbrüche jedes Jahr einen ähnlich attraktiven Fußball. Von uns wird gefordert sein, gut gegen den Ball zu arbeiten – auch deshalb, damit mal wieder die Null steht. Wenn wir uns über die Grundtugenden reinkämpfen, haben wir gute Chancen zu gewinnen. Im Spiel nach vorne geht für uns immer etwas.
FC Viktoria Köln spielt auch in dieser Saison mit Rang fünf eine gute Rolle in der 3. Liga.
Marian Wilhelm trainiert seit dieser Saison den FC Viktoria Köln. (Foto: Viktoria Köln)
Für den FC Viktoria Köln, der sich nun an diesem Samstag (18. Oktober) zur ungewohnten Anstoßzeit ab 16.30 Uhr für den 11. Spieltag in der 3. Liga bei Rot-Weiss Essen im Stadion an der Hafenstraße vorstellt, sind personelle Umbrüche nichts Neues. In diesem Sommer fielen die Veränderungen aber auch für Höhenberger Verhältnisse noch umfassender als sonst aus.
So kommt es für RWE im bevorstehenden Duell mit der Viktoria beispielsweise nicht mehr zum Wiedersehen mit Ex-Sportdirektor Olaf Janßen. Denn nach fast viereinhalb Jahren steht der 59-Jährige nicht mehr bei den Kölnern an der Seitenlinie. Schon zu Beginn der zurückliegenden Spielzeit hatte sich der gebürtige Krefelder, der inzwischen den SV Sandhausen in der Regionalliga Südwest trainiert, mit den Viktoria-Verantwortlichen darauf verständigt, dass der auslaufende Vertrag nicht verlängert wird.
Auch auf einen Janßen-Nachfolger legten sich alle Beteiligten schon damals fest: Marian Wilhelm. Der 37-Jährige hatte Janßen 2024/2025 als Co-Trainer unterstützt. Im Verein ist der gebürtige Berliner bereits seit dem 1. Januar 2010 und verantwortete in dieser Zeit schon zahlreiche NLZ-Mannschaften, war bereits als Übergangstrainer und jahrelanger Cheftrainer der A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft tätig.
„Es ist ein Traum, nach 15 Jahren bei Viktoria Köln den nächsten Schritt als Cheftrainer im Profifußball gehen zu dürfen“, so Marian Wilhelm. „Ich bin unglaublich dankbar für das Vertrauen des Vereins, besonders von Franz Wunderlich, der mich all die Jahre begleitet hat, und von Olaf Janßen, von dem ich so viel lernen durfte. Ohne diese Unterstützung wäre eine solche Entwicklung nicht möglich gewesen.“
In der neuen Chefrolle arbeitet Wilhelm nur noch mit neun Spielern zusammen, die bereits in der abgelaufenen Saison für die Viktoria am Ball waren: Dazu gehören die beiden Torhüter Eduardo Dos Santos Haesler – kurz „Dudu“ – und Kevin Rauhut sowie die Feldspieler Christoph Greger, Lars Dietz, Simon Handle, Tobias Eisenhuth, Florian Engelhardt, Robin Velasco und Lex-Tyger Lobinger.
Letztgenannter war mit 15 Treffern in der zurückliegenden Spielzeit ein maßgeblicher Faktor dafür, dass der FC Viktoria Köln mit Rang sechs seine beste Platzierung seit der Zugehörigkeit zur 3. Liga (2019/2020) erreichen konnte. Während Serhat-Semih Güler (14 Treffer) in die 2. Bundesliga zum SV Darmstadt 98 gewechselt ist, konnte Lobinger in Köln gehalten werden. In der laufenden Spielzeit steht der 26-Jährige nach seinem Tor zum 4:1-Endstand gegen den TSV Havelse bei bislang vier Treffern.
Auf diese Ausbeute kommt auch Neuzugang David Otto. In den letzten beiden Spielzeiten lief der in Pforzheim geborene 26-Jährige für den SV Sandhausen auf. In der Saison 2017/2018 machte der ehemalige Nachwuchsspieler der TSG Hoffenheim als Torschützenkönig in der damaligen Staffel Süd/Südwest der A-Junioren-Bundesliga (27 Tore, 14 Vorlagen) auf sich aufmerksam und debütierte noch in derselben Saison für die Profis unter dem jetzigen Bundestrainer Julian Nagelsmann in der UEFA Europa League. In der Folgesaison kamen drei Einsätze in der Bundesliga hinzu.
Anschließend wurde der elfmalige deutsche Junioren-Nationalspieler an die damaligen Zweitligisten 1. FC Heidenheim und SSV Jahn Regensburg verliehen, bevor er sich für eine Saison dem FC St. Pauli anschloss. In dieser Zeit sammelte der 1,85 Meter große Mittelstürmer Erfahrung in 94 Zweitliga-Einsätzen (sieben Tore, acht Assists).
„Ich will mit dem Team an die letzte Saison hier anknüpfen und mit Toren und Vorlagen helfen“, so David Otto. „Ich bin ein Stürmer, der sich nicht zu schade ist, sich für die Mannschaft und die Fans reinzuhängen. Ich will aber auch spielerisch überzeugen und das eine oder andere Highlight liefern.“
Zu den zahlreichen Zugänge gehört mit Rechtsverteidiger Meiko Sponsel (zuvor 1. FC Köln) auch ein ehemaliger RWE-Profi. Der 23-Jährige kam bislang zu acht Einsätzen und steuerte eine Torvorlage bei. Damit hat auch er Anteil am guten Start. Mit derzeit Rang fünf und nur drei Punkten Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz scheint der FC Viktoria Köln auf einem guten Weg, auch in dieser Saison eine gute Rolle zu spielen.
Die Bildungsplattform ist neuer Business-Partner von RWE.
Wie Fußballprofis brauchen auch Fachkräfte im Gesundheitswesen erstklassiges Training. Die fgn Akademie sorgt dafür und bietet praxisnahe Aus- und Weiterbildungen an. Seit dieser Saison ist die Essener Bildungsplattform stolzer Business-Partner von Rot-Weiss Essen.
Über die fgn Akademie:
Die 2008 in Essen gegründete fgn Akademie ist eine unabhängige Bildungsplattform für Fachkräfte im Gesundheitswesen. Sie bietet praxisorientierte Fort- und Weiterbildungen in Bereichen wie Pflege, Intensivpflege, Atmungstherapie und Physician Assistance. Die Akademie verbindet fachliche Ansprüche mit einem unkonventionellen, modernen Lernumfeld und erreicht Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet.
Die Versicherungsgruppe die Bayerische wurde 1858 gegründet und besteht aus den Gesellschaften BY die Bayerische Vorsorge Lebensversicherung a.G. (Konzernmutter), BL die Bayerische Lebensversicherung AG und der Kompositgesellschaft BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG sowie der BBV Holding AG. Die gesamten Beitragseinnahmen der Gruppe betragen knapp 1 Milliarde Euro. Die Gruppe steigert ihr Eigenkapital kontinuierlich. Es werden zudem Kapitalanlagen von über 4,1 Milliarden Euro verwaltet. Mehr als 12.000 persönliche Berater stehen, den rund 1,1 Millionen Kunden der Bayerischen bundesweit zur Verfügung. Die Ratingagentur Assekurata hat im aktuellen Bonitätsrating der Konzernmuttergesellschaft die Qualitätsnote A („sehr gut“) bestätigt und bescheinigt dem Unternehmen eine weit über dem Branchendurchschnitt liegende Finanzstärke. Die Töchter BA Bayerische Allgemeine AG und BL Bayerische Lebensversicherung AG werden im Bonitätsrating ebenfalls mit A bewertet. Im Nachhaltigkeitsrating der Agentur wurde die Versicherungsgruppe mit AA ausgezeichnet.
BOB Automotive GmbH
Die BOB Automotive Group GmbH zählt zu den führenden Autohäusern im Ruhrgebiet, Rheinland und bergischen Land. Mit 26 Standorten, mehr als 660 Mitarbeitern und einem breiten Markenportfolio von Renault, Dacia, Toyota, Lexus, Alpine, Mazda, MG, BYD bis Land Rover bietet das Unternehmen moderne Mobilitätslösung für jede Lebenslage. Unter dem Motto „BOB bewegt“ steht die Gruppe für Zuverlässigkeit, Innovation und regionale Verbundenheit.
HOLY Softdrinks GmbH
HOLY steht für eine neue Generation von Softdrinks. Mit pulverbasierten Getränken wie HOLY Energy, HOLY Iced Tea, HOLY Hydration und HOLY Milkshakes bietet das Unternehmen intensiven Geschmack ohne schlechtes Gewissen – zuckerfrei, natürlich und reich an Vitaminen. Seit der Gründung im Jahr 2020 begeistert HOLY bereits über zwei Millionen Menschen in ganz Deutschland.
Jako AG
Aus der Garage zum führenden Teamsport-Ausrüster. Die Erfolgsgeschichte von JAKO beginnt 1989 und dauert bis heute an. Seit der Gründung ist es unser Ziel, der optimale Partner für alle Teams zu sein. In Deutschland, weltweit und von der Kreisklasse bis in die Champions League.
Neobet
NEO.bet erhielt als einer der ersten Wettanbieter 2020 eine offizielle Deutschland-Lizenz. Das Unternehmen unterscheidet sich durch innovative Produkte, wie dem LIVE Quotenboost und wurde von erfahrenen Softwareentwicklern in Deutschland entwickelt. Im Sportsponsoring ist man seit 2020 aktiv, u.a. beim SV Werder Bremen. Moderatorin Laura Wontorra ist seit 2022 Markenbotschafterin. Seit Anfang 2024 unterstützt NEO.bet well:fair, die Neven Subotic-Stiftung, für sauberes Trinkwasser und Sanitäranlagen in Ostafrika.
Extrawurst GmbH
Mehr als 100 Jahre Familien- und Firmengeschichte prägen die Menken-Produkte der Extrawurst GmbH. Das Unternehmen wurde 1909 von Fleischermeister Fritz Menken im Kreis Recklinghausen gegründet und wird heute in dritter Generation am Standort Gladbeck geführt. Fest im Ruhrgebiet verwurzelt, verbindet die Extrawurst GmbH traditionelle Rezepturen mit modernen Produktionsverfahren und einem verantwortungsvollen Unternehmensmanagement. Qualität, Innovationsfreude und Kontinuität bilden seit über einem Jahrhundert die Grundlage des Familienunternehmens und machen die Menken-Produkte der Extrawurst GmbH zu einem verlässlichen Partner und einem festen Bestandteil der regionalen Lebensmittelwirtschaft.
Privatbrauerei Jacob Stauder
Im Wettbewerb mit den Großbrauereien und Konzernen setzen wir auf unsere eigenen Stärken, mit denen wir als familiengeführte Brauerei einen überzeugenden Vorteil für die Verbraucher und Kunden schaffen. Qualität ohne Kompromisse ist der oberste Maßstab für unsere Biere und für unser gesamtes Handeln. Wir bekennen uns zu unserem Heimatstandort Essen im Ruhrgebiet und engagieren uns in vielen Bereichen unseres Umfelds, z.B. im Sport, im sozialen Bereich und in der Kultur.
Stölting Service group gmbh
Die international tätige Stölting Service Group hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1899 zu einem der führenden Anbieter von Serviceleistungen unter anderem in den Bereichen Reinigung, Sicherheit und Personal entwickelt. An ihren mehr als 40 Standorten in Deutschland und Österreich entwickelt sie individuelle, maßgeschneiderte Lösungen für und mit den Kunden, damit diese sich besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Ausgezeichnete, zertifizierte Standards sichern dabei die Erfüllung selbst höchster Ansprüche. Für die Unternehmensgruppe sind täglich über 15.000 Mitarbeitende im Einsatz.
Sparkasse Essen
Seit ihrer Gründung prägt ein Prinzip das Handeln der Sparkasse: Sie macht sich stark für das, was wirklich zählt. Für Sie und Ihre Ziele, für eine chancenreiche Gesellschaft, für eine starke Region.
Stadtwerke Essen
Seit über 155 Jahren sind die Stadtwerke in Essen zu Hause und versorgen das Stadtgebiet mit Erdgas, Trinkwasser und Strom – zuverlässig, jeden Tag und rund um die Uhr. Auch die Wartung und Pflege des Abwassernetzes gehören zu den vielfältigen Aufgaben der Stadtwerke Essen. In ihrer langjährigen Unternehmensgeschichte entwickelten sie sich zum heutigen Energieversorger der Stadt Essen mit zahlreichen Produkten und ergänzenden Dienstleistungen, wie beispielsweise Contracting-Angeboten, einem Heiz- und Betriebskosten-Komplettservice oder auch einer Photovoltaik-Beratung.
Die rot-weisse Familie wird stetig größer. Der Verein hat seine Mitgliederzahl seit Februar 2022 verdoppeln können.
Alle zwei Wochen der Höhepunkt für RWE-Mitglieder: Heimspiele an der Hafenstraße. (Foto: Markus Endberg)
Eine steile Entwicklung: Im Februar 2022 konnte Rot-Weiss Essen den Eintritt des 7.000 Mitglieds vermelden – und jetzt, nur rund dreieinhalb Jahre später, hat sich die Zahl der Mitglieder verdoppelt: RWE kann vermelden, dass die 14.000er-Marke geknackt wurde. Die rot-weisse Familie besteht Anfang Oktober 2025 aus exakt 14.010 Vereinsmitgliedern.
Im Mai 2022 war Rot-Weiss Essen von der Regionalliga West in die 3. Liga aufgestiegen und hat die drei folgenden Drittliga-Spielzeiten auf den Tabellenplätzen 15, 7 und 8 abgeschlossen. RWE konnte zudem drei Mal in Folge den Niederrheinpokal gewinnen (2023 bis 2025).
„Die Entwicklung von Rot-Weiss Essen in den vergangenen Jahren ist in verschiedenen Bereichen absolut positiv. Wir haben wichtige Schritte zur Stabilisierung und Weiterentwicklung unternommen“, sagt Marc-Nicolai Pfeifer, Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiss Essen. „Uns ist es zugleich ein zentrales Anliegen, unsere Werte und Traditionen zu bewahren. Professionalisierung sehen wir nicht als Gegensatz zu unserer Identität, sondern als verlässlichen Kompass, der uns ermöglicht, langfristig in der Spur zu bleiben und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Wir freuen uns sehr darüber, dass die rot-weisse Familie immer größer wird. Diese Unterstützung ist ein starkes und wunderbares Zeichen, das uns Vertrauen und weiteren Aufwind für die kommenden Monate und Jahre gibt. Mitgliedsbeiträge sind für die finanzielle Stabilität unseres Vereins wichtig – sie ermöglichen Jugendförderung, infrastrukturelle Maßnahmen und das tägliche Vereinsleben. Wir sind jedem Mitglied für die Unterstützung dankbar, ihre Zugehörigkeit hat unseren Verein geprägt und getragen.“
Nur zum Heimspiel gegen den FC Viktoria Köln am Samstag, 18. Oktober, im RWE-Onlineshop und am Fanshop an der Hafenstraße erhältlich– greift zu!
Zu Heimspielen können sich RWE-Fans nicht nur auf die Partie freuen, sondern auch auf den jeweiligen Spieltagskracher. So gibt es alle zwei Wochen einen oder mehrere Artikel aus dem Onlineshop im Angebot:
Zum Heimspiel gegen den FC Viktoria Köln am Samstag, 18. Oktober, gibt’s von 10 Uhr bis ein Stunde nach Abpfiff den Hoodie „College“ white-creme statt für 64,95€ nur für 45€. Der Hoodie kann sowohl im Onlineshop als auch im Fanshop an der Hafenstraße erworben werden. Greift zu!
Sein Treffer im RWE-Spiel gegen Rostock steht in der ARD-Sportschau zur Auswahl.
Traf sehenswert zur Führung: Ramien Safi gegen den F. C. Hansa Rostock. (Foto: Markus Endberg)
Mit seinem strammen Schuss unter die Latte leitete Rot-Weiss Essens Offensivspieler Ramien Safi am 7. Drittliga-Spieltag gegen den F. C. Hansa Rostock nicht nur den 3:0-Heimsieg ein, sondern darf sich jetzt auch Hoffnungen auf die Auszeichnung „Tor des Monats“ machen. Der sehenswerte Führungstreffer wurde von der ARD-Sportschau für die Auszeichnung „Tor des Monats“ für den Monat September nominiert. Ob Safi gewinnt, wird per Zuschauervoting entschieden. Ab sofort kann über die Website der Sportschau abgestimmt werden.
Zur Erinnerung: Ein zu kurz geklärter Ball der Rostocker landete vor den Füßen unserer Nummer 7, die den Ball aus rund 25 Metern Torentfernung per Drop-Kick ansatzlos unter die Latte haute. Neben Safis Treffer stehen ebenfalls die Tore von Theo Gunnar Martens (FSV Zwickau), Melanie Brunnthaler (Hamburger SV Frauen), Flamur Berisha (Stuttgarter Kickers) und Ermedin Demirovic (VfB Stuttgart) zur Auswahl.
Wer gewinnt, entscheiden die Fans: Das Zuschauervoting läuft noch bis zum 25. Oktober 2025, 19 Uhr – jetzt mit abstimmen und Ramien Safi zum verdienten Sieger machen!
Safi wäre der sechste RWE-Spieler, der die Auszeichnung zum „Tor des Monats“ erhalten würde. Zuletzt gelang das Isaiah Young mit seinem Sololaufgegen die U23 von Fortuna Düsseldorf im Jahr 2022.
Einen RWE-Wimpel gab es auch für den sudanesischen Ministerpräsidenten Ismail al-Azhari. (Foto: Archiv Schrepper)
Serie: Ein ausgezeichneter Botschafter für den deutschen Fußball
Seit 1949 trug Rot-Weiss Essen internationale Freundschaftsspiele aus, also bereits zu einer Zeit, als der internationale Sportverkehr mit deutschen Mannschaften noch sehr eingeschränkt war. Ermöglicht wurden diese rot-weissen Freundschaftsspiele durch die vielen internationalen Kontakte, die Georg Melches als Vorstandsmitglied der Didier-Kogag-Hinselmann AG hatte, die weltweite Aufträge im Koksofenbau bekam. Höhepunkt war die bekannte 8 ½-wöchige Amerikareise 1954 mit Spielen gegen die jeweiligen Landesmeisterteams. Dabei bekam RWE von der Presse das Prädikat zugesprochen, „ein ausgezeichneter Botschafter für den deutschen Sport“ zu sein.
Wirtschaftsförderer Rot-Weiss Essen
Das internationale Renommee der Rot-Weissen kreuzte sich im Herbst 1954 unverhofft mit den internationalen Handelsbemühungen der noch jungen Bundesrepublik. Am 25. November 1954 hielt sich der sudanesische Ministerpräsident Ismail al-Azhari zu wirtschaftspolitischen Gesprächen in der Bundesrepublik Deutschland auf. Bei einem Besuch auf der Villa Hügel, dem Repräsentationssitz der Firma Krupp, äußerte er den Wunsch, einmal Rot-Weiss Essen spielen zu sehen. Eilends wurde der SV Byfang, ein Vorortverein aus dem Essener Süden, als Spielpartner gewonnen. Die städtische Schulbehörde gab ab 11.00 Uhr schulfrei, so dass bei freiem Eintritt rund 8000 Zuschauer an einem „nebelgrauen Vormittag in unserem festlich geschmückten Stadion (…) ein seltenes Ereignis“ erlebten, wie die Vereinszeitung „Kurze Fuffzehn“ festhielt. Im Gefolge des sudanesischen Ministerpräsidenten waren auch der Justiz- und Sozialminister des Landes. Als Vertreter der Bundesregierung begleitete der Botschafter und Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt für Handelspolitik, Freiherr Vollrath von Maltzahn, die Gäste. Von der Firma Krupp waren die beiden damaligen Generalbevollmächtigten Berthold Beitz und Dr. Friedrich Janssen erschienen. Das unterstrich den hohen Stellenwert dieses spontan angesetzten Freundschaftsspiels.
Bedeutung des Sports in einem Industriegebiet
Eine Bergmannkapelle spielte das Steigerlied und zur Begrüßung der Mannschaften stellte sich eine Schülermannschaft mit Wimpeln und Grubenlampen auf. Georg Melches stellte in seiner Ansprache an die Gäste heraus, „wie durch den Sport den jungen Menschen in unserem Industriegebiet die Möglichkeit gegeben sei, Kräfte zu sammeln und zu mehren für die harte Arbeit, die das Leben von den heutigen Menschen verlangt. Er wies auf die rauchenden Schlote der Zechen und die hochragenden Bauten der Fabriken hin, in deren Mitte die kraftspendende Erholungsstätte unseres Sportplatzes gleichsam die Oase für die Jugend bilde“, schrieb Ernst Ruhkamp in der „Kurze Fuffzehn“.
Rot-Weiss Essen gewann 7:1 und die WAZ titelte danach vom „deutschen Exportartikel Fußball“. Gleichzeitig stellte die Zeitung noch einmal „die wirtschaftspolitische Bedeutung dieses sportlichen Beiprogramms“ heraus.
Am 29.11.1954 dankte Freiherr Vollrath von Maltzan in einem Brief an Alfried Krupp von Bohlen und Halbach dafür, „dass es gelungen war, den Wunsch der sudanesischen Herren, ein deutsches Fußballspiel zu sehen, in so geglückter Weise zu erfüllen.“ Dr. Janssen gab den Dank „für das großartig organisierte Fußballspiel anlässlich des sudanesischen Staatsbesuches“ in einem Schreiben vom 9.12.1954 an Georg Melches weiter.
RWE war also nicht nur Botschafter des deutschen Fußballs, sondern übernahm indirekt auch wirtschaftspolitische Aufgaben.
Ein Beitrag unseres ehrenamtlichen Vereinshistorikers Georg Schrepper.
Preisträger und Laudatoren der HALL-OF-FAME-Veranstaltung im Deutschen Fußballmuseum (v.l.): Bastian Schweinsteiger, Mark Trautmann, Bernd Neuendorf, Benno Möhlmann, Guido Buchwald, Otto Rehhagel, Hansi Müller, Klaus Fischer Horst Hrubesch, Philpp Lahm, Manfred Kaltz und Manuel Neukirchner. (Fotos: DFM/Stephan Schütze)
Bei einer Abendveranstaltung im Deutschen Fußballmuseum sind Mitte Oktober vor 300 Gästen sechs Neuzugänge feierlich in die HALL OF FAME des deutschen Fußballs aufgenommen worden. Bastian Schweinsteiger, Guido Buchwald, Ex-RWE-Stürmer Horst Hrubesch und ESSENER CHANCEN-Gründer Otto Rehhagel nahmen ihre Awards persönlich entgegen. Bert Trautmann wurde posthum geehrt.
Bei seiner Begrüßung sagte Museumsdirektor Manuel Neukirchner: „Die HALL OF FAME des deutschen Fußballs hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer festen Institution entwickelt, auch bei den Aktiven selbst. Das ist großartig. In der Schnelllebigkeit unserer Zeit ist es uns ein wichtiges Anliegen, die herausragenden Leistungen der großen Fußball-Persönlichkeiten, die uns so viele besondere Momente geschenkt haben, zu würdigen und in Erinnerung zu bewahren.“
Weitere Zitate des Abends: Bastian Schweinsteiger: „Ich fühle mich sehr geehrt. Wenn man aus einem kleinen Ort in Bayern im Landkreis Rosenheim kommt und nach dem Ende der Karriere in die Hall of Fame des deutschen Fußballs aufgenommen wird, bedeutet das einem viel. Neben den großartigen Erlebnissen auf dem Platz bleiben mir auch Momente in Erinnerung, in denen mich das richtige Gespür der Fans nach herben Enttäuschungen wieder aufgerichtet hat.“
Guido Buchwald: „Die Auszeichnung ist für mich sehr emotional, weil sie viele Erinnerungen wachruft. Die WM 1990 in Italien hat mich natürlich total geflasht und geprägt. Als erstes denke ich dabei an die Vorbereitung, in der Franz Beckenbauer uns zu einer tollen Einheit geformt hat. Vor dem Endspiel gegen Argentinien habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich Diego Maradona als damals besten Spieler der Welt ausschalten könnte. Wir waren aber einfach auch als Mannschaft sehr stark, bei uns hätte jeder zum Einsatz kommen. Beim Gegner war fast alles auf Diego fokussiert.“
Horst Hrubesch: „Ich bin erst im Alter von 24 Jahren zum Profi-Fußball gekommen. Viele Leute haben mir auf dem Weg geholfen, ganz wichtig waren meine Jugendtrainer. Bei Rot-Weiss Essen habe ich von Spielern wie ‚Ente‘ Lippens und Dieter Bast profitiert, beim HSV natürlich von den Flanken von Manni Kaltz, mit dem ich nach dem Training viele Zusatzschichten absolviert habe. Und ich wusste immer: Ich brauche nicht Fußball zu spielen, um zu verlieren, sondern ich gehe auf den Platz, um zu gewinnen.“
Manfred Kaltz: „Horst hat einfach immer die wichtigen Tore geschossen. Das war beim HSV so, wie auch in der Nationalmannschaft. Mit ihm im Sturmzentrum hatte ich es einfach, einen Abnehmer für meine Flanken zu finden.“
Otto Rehhagel: „Leute in meinem Alter haben als junge Menschen in den Bunkern gesessen und schreckliche Dinge erlebt. Deswegen habe ich zeitlebens darauf geachtet, dass alle Menschen geliebt werden wollen. Und am Ende der Zusammenarbeit mit meinen Spielern sollte immer auch Freundschaft möglich sein. Rudi Völler habe ich damals von 1860 München zu Werder Bremen geholt. Er hat praktisch im Hof der Bayern gespielt und sie haben nicht einmal das Fenster aufgemacht. Da habe ich ihn mir genommen.“
Rudi Völler: „So eine Koryphäe wie Otto Rehhagel hätte es absolut verdient gehabt, einmal Bundestrainer gewesen zu sein. Ich habe ihn nach meinem Rücktritt als Teamchef nach der EM 2004 versucht zu überreden, doch er stand bei den Griechen im Wort, dort weiterzumachen. Und auf Ottos Wort ist immer Verlass. Wir hatten fünf tolle gemeinsame Jahre in Bremen, er hat mich als Spieler sehr gefördert. Darüber hinaus kenne ich niemanden, der unter ihm trainiert hat, der ein negatives Wort über ihn verliert.“
Benno Möhlmann: „Otto hat alle Spieler im Kader gleich behandelt, egal ob er gespielt hat, etwas hintendran oder verletzt war. Und er hat immer zu einem gesagt: ‚Ich werde dich nie als Menschen kritisieren, sondern immer nur das Fußballerische.‚ Das hat mich für meine eigene Trainertätigkeit sehr geprägt.
In einer emotionalen Videobotschaft übermittelte Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß seine Glückwünsche an den abwesenden Jupp Heynckes: „Es gibt wenige im Fußballgeschäft, die so ehrlich, so sauber und so geradlinig ihre Arbeit gemacht und dann auch die Erfolge eingeheimst haben wie Jupp Heynckes. Solange wir Fußball gespielt haben, war unser Verhältnis nicht das allerbeste, es war ok, aber nicht sehr intim. Als wir dann aufgehört haben, da hat man doch gemerkt, was man aneinander hat. Bis heute wird ein neuer Trainer beim FC Bayern München immer noch an Jupp Heynckes gemessen, nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Seine Kommunikation, seine Fähigkeit den Spielern ein Freund und Berater zu sein, war seine große Stärke. Jupp hat alle Ehrungen verdient. Ich wünsche, dass unsere Freundschaft ewig hält.“
Die HALL OF FAME des deutschen Fußballs ist Teil der Dauerausstellung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Grundsätzlich können deutsche Persönlichkeiten aus dem Männer- und Frauenfußball von 1900 bis heute berufen werden, die ihre Karriere mindestens fünf Jahre beendet haben. Zu berücksichtigen sind insbesondere herausragende Leistungen in der Nationalmannschaft vor und nach dem Krieg, in der ehemaligen DDR-Auswahl sowie im nationalen und internationalen Vereinsfußball.
U19 ist nach Ligapause gegen Vizemeister Bayer 04 Leverkusen erstmals wieder im Einsatz.
Erwartet ein intensives Spiel gegen den Ball: U19-Trainer Michael Delura. (Foto: RWE)
Nach 20 Tagen ohne Pflichtspiel sind die A-Junioren von Rot-Weiss Essen wieder in der Vorrunde der U19-DFB-Nachwuchsliga gefordert. Das älteste Nachwuchsteam aus dem FÖRDERWERK empfängt am Samstag (ab 12 Uhr) Bayer 04 Leverkusen zum 9. Spieltag in der Vorrundengruppe H. Dort belegt der aktuelle Vizemeister derzeit den dritten Rang.
Nach dem zurückliegenden 1:2 zum Rückrundenauftakt beim Tabellenzweiten VfL Bochum war für die Essener U19 nach einer weiteren Trainingswoche zunächst einmal Durchschnaufen angesagt. „Bis zur Weihnachtspause haben die Jungs an jedem Wochenende Programm“, sagt Trainer Michael Delura auch mit Blick auf die beiden vereinbarten Testspiele während der nächsten Länderspielpause gegen den FC Schalke 04 (Sonntag, 9. November, ab 13 Uhr) und Hannover 96 (Samstag, 15. November, ab 16 Uhr). „Daher war es uns wichtig, dem Team ein paar freie Tage zu geben. So konnten die Batterien wieder aufgeladen werden.“
Nachdem die A-Junioren Mitte der vergangenen Woche wieder das Training aufgenommen hatten, wartete in einem Testspiel Fortuna Düsseldorf. Beide Teams trennten sich 2:2 (1:2). Bakir Mahmoud (12.) und Boran Özbek (53., Foulelfmeter) konnten die Düsseldorfer Führungen durch Anas Slimani (5.) und Dadou Mossi-Sezene (35., Foulelfmeter) jeweils ausgleichen.
„In der ersten Halbzeit hatten wir noch nicht so den Zugriff auf den Gegner. Das wurde durch unsere Umstellungen im zweiten Durchgang besser“, so Trainer Michael Delura. „Es war ein gerechtes Unentschieden – auch wenn darauf nicht der Fokus lag. Wir wollten von allen 18 einsatzfähigen Spielern Eindrücke verschaffen, wie der aktuelle Leistungsstand jeweils aussieht.“ So sammelte auch der weiterhin für die U19 spielberechtigte Profi-Innenverteidiger Nicolai Schulte-Kellinghaus seine ersten etwa 40 Minuten Einsatzzeit. Nach seiner langwierigen Innenband- und Kreuzbandzerrung soll er behutsam herangeführt werden.
Während in der Woche vor dem Testspiel vermehrt der Fokus „auf dem letzten Drittel lag, wie wir Offensivsituationen noch besser ausspielen können“, richtete sich der Schwerpunkt vor der Aufgabe gegen Bayer 04 Leverkusen auf die entgegengesetzte Spielhälfte. „Wir werden viel gegen den Ball arbeiten müssen“, so der 40-jährige RWE-Trainer. „Da ist es wichtig, kompakt zu bleiben, aber auch die Kontersituationen zu suchen.
Rot-Weiss Essens U17 steht am Sonntag bei Borussia Dortmund vor schwieriger Aufgabe.
Im Hinspiel unterlag RWE gegen Dortmund mit 0:3. (Foto: Markus Endberg)
U17: Borussia Dortmund – Rot-Weiss Essen
Nach zwei Siegen gegen FC Viktoria Köln (4:1) und beim SC Preußen Münster (3:0) stehen die B-Junioren aus dem FÖRDERWERK von Rot-Weiss Essen an diesem Wochenende vor einer ganz schwierigen Aufgabe. Das Team von Trainer Jens Grembowietz ist im Rahmen des 8. Spieltages in der U17-DFB-Nachwuchsliga am Sonntag (ab 11 Uhr) bei Borussia Dortmund gefordert. Der BVB hatte am letzten Spieltag durch die erste Saisonniederlage gegen den VfL Bochum (1:4) die Tabellenführung an die Bochumer abgegeben, wird gegen RWE mit aller Macht versuchen, den „Platz an der Sonne“ zurückzuerobern.
Die rot-weisse U17 schloss die Hinrunde in der Vorrundengruppe H dank des dritten Saisonsieges auf dem beachtlichen vierten Platz ab, unter anderem vor den Revierrivalen FC Schalke 04 und Rot-Weiß Oberhausen. Der dritte Rang, der zur Qualifikation für die Liga A berechtigt und auf dem aktuell der FC Viktoria Köln steht, ist nur zwei Zähler entfernt.
Um für die Aufgabe in Dortmund gewappnet zu sein, hatte Jens Grembowietz seinem Team zuletzt drei freie Tage gegönnt, um die Akkus entsprechend aufzuladen. Nach der 0:3-Hinspielniederlage geht der RWE-Trainer mit seiner Mannschaft auch in das Rückspiel als klarer Außenseiter. „Dennoch traue ich meinem Team innerhalb von 90 Minuten immer zu, eine Überraschung zu schaffen“, sagt der 38-Jährige.
Grembowietz weiter: „Beim Hinspiel an der Seumannstraße spiegelte das Endergebnis nicht den wahren Spielverlauf wider. Dennoch war und ist uns der BVB in vielen Bereichen einen Schritt voraus. Die Truppe verfügt über wahnsinnig gute Fußballer, ist technisch und taktisch eine Klasse für sich. Dennoch fahren wir nicht zum BVB, um uns dort kampflos zu ergeben.“ Die Voraussetzungen sind schon mal gut: Die U17 von RWE reist mit „voller Kapelle“ und ohne personelle Probleme zum BVB.
Aufsteiger MSV Duisburg führt nach zehn Spieltagen die Tabelle der 3. Liga an
Der MSV Duisburg stieg im vergangenen Sommer in die 3. Liga auf. (Foto: MSV Duisburg)
Der MSV Duisburg, der am Sonntag, 26. Oktober, ab 19.30 Uhr, Rot-Weiss Essen im Rahmen des 12. Spieltages in der 3. Liga als Tabellenführer zum Revierderby empfängt, könnte auf den Spuren der SV 07 Elversberg, des SSV Ulm 1846 Fußball und des SC Preußen Münster wandeln. Als bereits vierter Klub seit der Saison 2022/2023 könnten die „Zebras“ von der vierthöchsten Spielklasse bis in die 2. Bundesliga durchmarschieren.
Eines haben die Duisburger, bei denen mit Innenverteidiger Alexander Hahn ein früherer RWE-Spieler die Kapitänsbinde trägt, den genannten Vereinen sogar schon jetzt voraus: Kein anderer Klub ist so gut gestartet wie der MSV. Die makellosen Bilanz von sechs Siegen aus den ersten sechs Spielen bescherte dem Team von Trainer Dietmar Hirsch einen neuen Drittliga-Startrekord. Noch nie zuvor hatte ein Team aus der 3. Liga nach sechs Spieltagen die volle Punktausbeute auf dem Konto.
Der Rekordlauf wurde vom TSV Havelse mit einem 1:1 gestoppt – der Ausgleich fiel dabei allerdings erst in der Nachspielzeit. Dem folgten ein 2:1-Heimsieg gegen den FC Ingolstadt 04 sowie jeweils Unentschieden beim 1. FC Saarbrücken (0:0) und gegen den FC Hansa Rostock (2:2). An die Gesamtausbeute von 24 Zählern aus zehn Partien kam auch bislang kaum eine andere Mannschaft heran. Lediglich Dynamo Dresden (26 Punkte, Saison 2015/2016), der 1. FC Heidenheim (2013/2014), der SC Paderborn 07 (2017/2018) und Kickers Offenbach (alle 25 Zähler, 2010/2011) waren bis zum 10. Spieltag noch erfolgreicher. Lediglich der OFC stieg am Saisonende nicht auf.
Bester Torschütze des MSV Duisburg ist Patrick Sussek. Der offensive Außenbahnspieler hatte bereits in der Aufstiegssaison in der Regionalliga West mit 14 Treffern und sieben Assists auf sich aufmerksam gemacht. Der 25-Jährige war im Sommer 2024 mit der Empfehlung von 123 Regionalliga- und 17 Drittliga-Einsätzen vom Nordost-Regionalligisten BFC Dynamo zum MSV gestoßen. Nachdem er beim FC Ingolstadt 04 nach seinen ersten Partien in der 3. Liga von einem Mittelfuß außer Gefecht gesetzt worden war, startete Sussek über die vierthöchste Spielklasse einen neuen Anlauf. Nun stehen neben fünf Treffern auch schon vier Vorlagen zu Buche.
Bei einer Kadergröße von 28 Spielern und zehn externen Neuzugänge setzt der MSV Duisburg in der 3. Liga auf den Kern seiner Aufstiegsmannschaft. Mit den Mittelfeldspielern Christian Viet und Rasim Bulic hat sich unter den Verpflichtungen ein Duo des SSV Jahn Regensburg bislang regelmäßig einen Platz in der Startelf von Trainer Dietmar Hirsch sichern können.
Der namhafteste Zugang ist dagegen Florian Krüger. Der Angreifer war von Januar bis zum Sommer als Leihspieler des belgischen Klubs Beerschot VA für den 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga am Ball. Mit sieben Treffern und drei Vorlagen in 15 Einsätzen hatte der 26 Jährige maßgeblichen Anteil daran, dass die Saarländer die Relegation erreichten. Dort scheiterte der 1. FC Saarbrücken trotz eines weiteren Treffers des früheren Junioren-Nationalspielers knapp an Eintracht Braunschweig (0:2 und 2:2 nach Verlängerung). Nun ist der ehemalige Zweitligaprofi (108 Einsätze) fest in die dritthöchste Spielklasse gewechselt. „Mit Florian bekommen wir einen höherklassig erfahrenen Spieler im besten Alter“, erklärte MSV-Sportdirektor Chris Schmoldt. „Im Sturm ist er variabel einsetzbar, besticht durch viel Fleiß, Einsatz und Siegeswille. Er hat in der Vergangenheit seine Torgefahr schon mehrfach unter Beweis gestellt, zuletzt mit sehr starken Leistungen in Saarbrücken. Wir sind sehr froh, dass wir Flo von unserem Weg überzeugen konnten.“
Kerl inne Kiste, et is Mitte Oktober und die Euphorie und positive Stimmung, die die letzte Rückrunde bei uns hinterlassen hat, is wieder ganz tief im braunen Eimer. Ker wode auch hingucks, mit weme auch über die Roten schnacken tust, alle sind aufm Boden der Tatsachen auffe untersten Sohle angekommen.
Vom Gefühl her is man wieder wie inne Schweineliga, wo et in unerträchlicher Regelmäßichkeit schon im November nur noch umme goldene Ananas und maximal den Niederrheinpokalsieg ging. Letzteres haben wir uns am letzten Wochenende auch schön verbaselt und jetz müssen wir gucken, wie die Zebras oder die Underdogs vom Kanal im Mai dat Dingen inne Luft recken. Ker ich mein, dat man nach drei Titeln in Folge auch ma ausm Pokal rausfliegen kann – geschenkt. Hier bei uns in Essen is dat „wie“ aber immer dat große Thema. Und da muss ich sagen, dat et sich bisher wie ein roter Faden durche ganze Spielzeit zieht, dat wir viel zu viele Tore kassieren und hinten offen wie dat Scheunentor von Bauer Gantenberg in Rellinghausen sind. Gegen den Oberhausenern ihre Truppe haben wir wieder drei Hütten bekommen. Und da muss mir keiner mit der Qualität der Oberhausener Offensive kommen. Wir müssen vielleicht ma über die Qualität von unserer Abwehr oder dat System sprechen. Inne letzten Rückrunde haben wir Punkte gesammelt wie Atze Schröder in Flensburg – und dat ganz ohne Porsche. Sicher waren da auch einige glückliche Ergebnisse bei. Aber trotzdem hatte man dat Gefühl, dat Uwe die Abwehr stabil hinbekommen hat. Aktuell hat man eher dat Gefühl, dat unser eigener Sechzehner ein Hühnerstall is und uns die Eier im eigenen Nest nich stören.
Ich mein, ich bin auch nur einer von 82 Millionen Bundestrainern, aber dat hier is mein Text und meine Gedanken und von meine Seite aus is jetz Zeit, sich wieder auf dat zu konzentrieren, wat in der letzten Rückrunde gut geklappt hat. Und dat war die Fünferkette. Ich bin sicher, wenn wir hinten Bauer Gantenberg seine Scheune dichtmachen, is auch für vorne mehr Ruhe. Und dann wird et auch öfters wieder beim Gechner inne Kiste rappeln.
Ich hab keinen Bock auf den nächsten Trainer. Und da darf et aktuell auch noch keine Diskussion geben. Ich mein, bei allem Ärger über die Niederlage bei die Kanalbewohner: Bisher is noch nix passiert! Mit nur zwei Niederlagen inne Liga is der Uwe mit unseren Roten noch in Schlagdistanz nach oben. Sechs Gegentore ham wir durch Elfer kassiert, und generell hab ich nich dat Gefühl, dat unsere Bengels zu schlecht sind oder der Trainer nich passt.
Trotzdem stehen jetz Spiele an, die klar zeigen, wo wir wirklich stehen. Nächste Woche geht et in den Zebrastall und heute is die Vicky vonne Schäl Sick bei uns zu Gast.
Gegen Vicky haben wir noch nie so richtich gut ausgesehen. Et wär ein guter Anfang und nach dem Spiel in Oberhausen auch ein Zeichen an alle Fans, wenn unsere Jungs mit Uwe heute den nächsten Heimsieg einfahren. Denn mit tollen Spielen und vielen Punkten kann man Niederlagen schnell wieder usse Köppe blasen…
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